»Diese Mythobiografie ist wunderschön geschrieben, roh und emotional. Nichts ist mit Zucker überzogen, doch jedes Wort eine kleine Kapsel voller Schönheit.« Jessica, goodreads.com
Audre Lorde

ZAMI. Eine neue Schreibweise meines Namens

Eine Mythobiografie

Übersetzt von Karen Nölle
ISBN 978-3-89771-603-2
Erscheinungsdatum: März 2012
Seiten: 328
Reihe: Insurrection Notes Band: 3
Ausstattung: softcover
18,00 €

Beschreibung

Auch als  erhältlich.


In ZAMI erschafft die afroamerikanische Dichterin eine neue Form, die Mythobiografie, eine Verknüpfung von Elementen aus Autobiografie, Mythologie und Historie - und schafft auf diese Weise neue Zugänge zur Entdeckung weiblicher Identität. Zami ist auf der Karibikinsel Carriacou, der Heimat von Lordes Mutter, ein Begriff für die Liebe und Freundschaft unter Frauen. In Lordes Lebensgeschichte spielen Carriacou und Grenada, Orte von Licht, Sonne und Frauenzentriertheit, eine ebenso bestimmende Rolle wie Harlem, der amerikanische Rassismus, die McCarthy Ära und das New Yorker Künstler- und Lesbenmilieu der fünfziger Jahre.

Audre Lorde wächst im New Yorker Harlem als dritte Tochter von Einwanderern aus der Karibik auf. Stolz und mütterliche Abschirmung hindern die Eltern, rassistische Diskriminierung als System zu erklären, sie verstehen sie als Unzulänglichkeiten nicht ernstzunehmender Mitmenschen. Mit 17 Jahren löst sich Lorde von der Familie und bewegt sich in einer Gruppe junger, unkonventioneller Frauen. Die McCarthy Ära bricht an und sie ist u.a. in Aktivitäten gegen die Verurteilung der Rosenbergs engagiert. Lordes lebendige Schilderung der New Yorker Lesben-Subkultur der fünfziger Jahre ist ein Stück feministischer Geschichtsschreibung. Lorde entwickelt ihre Identität als Schwarze Lesbe aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer lesbischen Community, die vornehmlich weiß und oft rassistisch ist und einer Schwarzen Community, die häufig sexistisch und homophob ist.
Schwarz und lesbisch erlebt Lorde trotz der Spannungen gesellschaftlichen Ursprungs nicht als polare Dualitäten sondern als sich überlappende Einheiten. In Zami werden Anderssein und Unterschiedlichkeiten für Lorde zur Quelle ihrer Stärke und zur Grundlage ihres Aufrufs Anderssein und Unterschiede konstruktiv zu nutzen.
Die Mutter nimmt hier eine ebenso starke Rolle ein wie die schwarzen Frauen, die sie geliebt hat. Im Prozess der Versöhnung mit der Mutter erkennt sie in ihr das erste Bild von Frauen, denen sie „die Macht hinter ihrer Stimme“ verdankt.

"Lordes Sprache hat eine besondere Unmittelbarkeit, jeder Satz ist ehrlich und vor allem: intelligent. „The Masters Tools will never dismantle the Masters House“ stammt nicht zuletzt von Audre Lorde. Sehr empfehlenswert." Alice Ludvig, Weiberdiwan, Sommer 2012

Autor_in

Audre Lorde

Audrey Geraldine Lorde (* 18. Februar 1934; † 17. November 1992)
wuchs in New York als Tochter karibischer Immigranten auf, studierte an der Columbia University, arbeitete als Bibliothekarin und wurde schließlich Professorin für Englische Literatur am Hunter College in New York.
1991 erhielt sie die Walt Whitman Citation of Merit, mit der sie für 1991 bis 1993 zum New York State Poet, zur Dichterin des Staates New York, ernannt wurde. In den USA sind ihre Werke wesentlich populärer als in Deutschland - unter Feministinnen dort ist sie eine Kultfigur.
1992 starb Audre Lorde im Alter von 58 Jahren in ihrem Haus in St. Croix nach einem 14 jährigen Leben mit der Krebserkrankung.


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Hintergrundinfos

Dagmar Schultzes Film »Audre Lorde: The Berlin Years« wurde erneut gewürdigt: die Jury des Reel Sisters of the Diaspora Film Festival' zeichnete ihn als besten Dokumentarfilm 2013 aus. Glückwunsch!


 

»Audre Lorde: The Berlin Years« erhielt den Publikumspreis der ›Muestra Internacional de Cine Realizado por Mujeres 2013‹ in der Sparte Dokumentarfilm


Zu einer virtuellen Reise mit Fotos, Videos und Audio-clips an die wichtigsten Orte, an denen Audre Lorde ihre Zeit in Berlin verbrachte, lädt die »Audre Lorde Berlin City Tour« ein.