"Im Gegensatz zu anderen weigert sich Nowak, die Erwerbslosen und Marginalisierten zu Opfern zu erklären"
Peter Nowak (Hg.)

Zahltag

Zwang und Widerstand: Erwerbslose in Hartz IV.

ISBN 978-3-89771-103-7
Erscheinungsdatum: Oktober 2009
Seiten: 74
Reihe: unrast transparent | soziale krise Band: 1
Ausstattung: softcover
7,80 €

Beschreibung

unrast transparent – soziale krise
Die Proteste gegen Hartz IV haben die Verhinderung der Gesetze nicht erreicht, waren aber keineswegs erfolglos. Seitdem steht das Thema Repression und Erniedrigung von Erwerbslosen vermehrt auf der Tagesordnung. Der Schwerpunkt des Buches liegt auf dem fortdauernden Widerstand der Betroffenen. Die Palette reicht von den vermehrten Klagen vor den Sozialgerichten bis zu Widerstandsformen wie der Aktion »Zahltag«, der solidarischen Begleitung von Erwerbslosen.

Der Band wendet sich an Leser_innen, die angesichts der Bedrohung durch Hartz IV nach einer Orientierung suchen. Vermittelt wird ein erster guter Überblick über das Thema.

Rezensionen


"Der »Zahltag« hat sich in Köln als Aktionsform etabliert, mit der Erwerbslose auf dem Amt von der Rolle des Bittstellers in die des seine Rechte Einfordernden wechseln können. (...)
Solidarisches Begleiten, ein bundesweit angewandtes Regulativ bei Jobcenterterminen: Die mit Zermürbungsstrategien unterfütterte Ämterpraxis der Verweigerung von Rechtsansprüchen wird durchkreuzt, indem sich Erwerbslose von einer oder mehreren Personen ihres Vertrauens, in der Regel von Mitbetroffenen, begleiten lassen, wodurch sie aufhören, gedemütigte Bittsteller zu sein. »Diejenigen, die immer vereinzelt vorsprechen mussten und existenziell von den AmtsmitarbeiterInnen abhängig waren«, lesen wir, »spüren, dass sie sehr wohl eine Macht sein können, wenn sie kollektiv handeln.« Es gehört zur Praktikabilität des Buches, dass die rechtlichen Normen der Sozialgesetzgebung ausführlich zitiert und diskutiert werden, um Erwerbslosen ein schlagkräftiges Werkzeug zur Existenzsicherung in die Hand zu geben." Werkzeug zur Existenzsicherung. Report zu Hartz IV, Ämterstress und was man dagegen tun kann. Rezension von Antonín Dick in ND vom 22.1.10

"Im Gegensatz zu anderen weigert sich Nowak, die Erwerbslosen und Marginalisierten zu Opfern zu erklären. Vielmehr zeigt der Autor eindrucksvoll ihren Widerstandsgeist auf und benennt die Ressourcen, über die die Anti-Hartz-IV-Bewegung verfügt. (…)
Peter Nowak hat ein Buch vorgelegt, das keineswegs nur für linke Aktivisten, sondern vor allem für Hartz-IV-Betroffene selbst äußerst interessant und hilfreich ist. Werden letzteren doch Widerstandsmöglichkeiten aufgezeigt. Ihnen wird anhand der dargestellten bisherigen Protestformen deutlich gemacht, daß sie nicht alleine sind. Daß der Autor die gängige Sozialgesetzgebung ausführlich zitiert und im Anhang des Buches Ansprechpartner auflistet, spricht auch für den Servicecharakter der Veröffentlichung."
Ermunterung für Erwerbslose. Peter Nowak hat ein Buch über Hartz IV und den Widerstand dagegen verfaßt. Von Markus Bernhardt in Junge Welt 01.02.2010 / Politisches Buch / Seite 15

"Das Büchlein ist empfehlenswert, weil es für Einkommensarme und Erwerbslose direkt politisch Partei ergreift. Es informiert über ihren politischen Widerstand und hilft diesen verstärken." Aufgeblättert
Widerstand von Erwerbslosen. Anne Allex in ak - analyse & kritik - zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 547 / 19.2.2010

Interview mit Peter Nowak - Radio Unerhört Marburg (RUM) | 12.03.2010

Autor_innen

Peter Nowak

Peter Nowak arbeitet als freier Journalist für verschiedene Tageszeitungen und das Internetmagazin Telepolis.

Kontakt und Artikel des Autors:
kverlagundmultimedia.de/Archiv/Nowak/nowak.html


Holger Marcks

Freier Journalist und Autor und arbeitet insbes. zu wirtschaftlichen Themen. Ehemaliger Redakteur der „Jungle World“. Co-Herausgeber von „Die großen Streiks. Episoden aus dem Klassenkampf“ und „Knecht zweier Herren. Zur Abschaffung der Leiharbeit“ (beide Unrast).


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Hintergrundinfos

Der Verein Tacheles redet Tacheles, wenn es um die Rechte sozial benachteiligter und erwerbsloser Menschen geht. Seit nunmehr 20 Jahren macht der Verein auf Prozesse sozialer Ausgrenzung sowie die Einschränkung der Rechte "Armer" aufmerksam und formuliert im Namen der Betroffenen Forderungen an verantwortliche Stellen.

 

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