Jens Kastner, Elisabeth Bettina Spoerr (Hg.)

»nicht alles tun«

Ziviler und Sozialer Ungehorsam an den Schnittstellen von Kunst, radikaler Politik und Technologie

ISBN 978-3-89771-481-6
Erscheinungsdatum: Juli 2008
Seiten: 195
Ausstattung: softcover
16,00 €

Beschreibung

Alle Texte erscheinen auf Deutsch und Englisch.
Eine Publikation zum Ausstellungsprojekt in der Galerie IG Bildende Kunst Wien und im Kunstraum emyt Berlin (Juni/Juli 2008). Mit zahlreichen Abbildungen der künstlerischen Arbeiten zum Thema.

Praktiken zivilen/sozialen Ungehorsams standen im Zentrum verschiedenster sozialer Bewegungen des 20. Jahrhunderts. Ihre vielfältigen Formen innerhalb gegenwärtiger Proteste sind jedoch kaum aufgearbeitet. Noch schlechter bestellt ist es um das Thema im Zusammenhang mit zeitgenössischer Kunst, die zivilen/sozialen Ungehorsam abbildet, reflektiert, diskutiert und selbst Teil dessen wird.
Mit diesem Buch wird diese Lücke geschlossen: Ausgangspunkt ist dabei aber nicht das berühmte Diktum H. D. Thoreaus, angesichts von Unrecht und Unterdrückung das Gesetz zu brechen. Vor dem Hintergrund veränderter Herrschaftsverhältnisse geht es um die Frage, was zu tun ist, wenn man, wie Thoreau nebenbei bemerkt, „nicht alles tun“ kann und soll. Das diskutieren die Beiträge des Buches an den Schnittstellen von Kunstproduktion und sozialen Bewegungen.

Texte

„nicht alles tun“?
Ziviler/sozialer Ungehorsam und Kunst. Einleitung
Jens Kastner/Bettina Spörr

Über Poesie und Revolution
John Holloway

Ein Jahrhundert des Revolutionären Zivilen Ungehorsams
Kurzer Abriss des aktivistischen zivilen Ungehorsams aus gewaltfrei-anarchistischer Sicht
Lou Marin

Ziviler und Sozialer Ungehorsam gleich Verweigerung plus Utopie?
Ulrike Laubenthal

Vom zivilen zum sozialen Ungehorsam und zurück?
Zur Begriffspolitik globalisierungskritischer Proteste
Andrea Pabst

Die Windungen der Schlange
Minoritäre Taktiken im Zeitalter der Transparenz
Inke Arns

Offensive Flucht statt Gesetzesbruch
Zum Ungehorsam angesichts des Thoreau’schen Imperativs
Jens Kastner und Gerald Raunig

An der Ausstellung teilnehmende KünstlerInnen:

Zanny Begg, Heath Bunting, Büro für Inverse Technologien (BIT), Critical Art Ensemble, Ricardo Dominguez, Coco Fusco, Andrea Geyer/Sharon Hayes, h.arta, Institute for Applied Autonomy, Christopher Lamarca, Fran Meana, Mujeres Creando, Oliver Ressler, Allan Sekula, Surveillance Camera Players NYC, Videogruppe Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg, Christoph Wachter/Mathias Jud, Nasan Tur, www.0100101110101101.org

Die HerausgeberInnen:

Elisabeth Bettina Spoerr, Jg. 1972, Mag. phil, Kunsthistorikerin, seit 2002 Assistenz-Kuratorin und Ausstellungskoordinatorin in der Generali Foundation Wien.

Jens Kastner, Jg.1970, Dr. phil., Soziologe und Kunsthistoriker, lebt als freier Autor und Dozent in Wien. Lehrbeauftragter am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Uni Wien und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kunst- und Kulturtheorie der Akademie der Bildenden Künste, Wien. Veröffentlichungen in diversen Zeitungen und Zeitschriften zu Sozialen Bewegungen, Cultural Studies und zeitgenössischer Kunst. Koordinierender Redakteur von Bildpunkt. Zeitschrift der IG Bildende Kunst.

Fotos
See fotos of both shows here:
Vienna
Berlin

Video
nicht alles tun-Spörr Bettina und Jens Kastner - Pecha Kucha Night Vienna Vol.5 YouTube

Rezensionen
>>Ob sich Ungehorsam nun als „Imperativ“ äußert, der Verweigerung und Bruch in sich vereint, oder als ästhetische, körperliche und mediale Praxis, um bestehende gesellschaftliche Verhältnisse zu visualisieren und konterkarieren, nicht alles tun ist ein stringenter Beitrag zur Diskussion von Kunst als Medium politischen Handelns und Medien als politisches Betätigungsfeld. Mit einem historischen Überblick über soziale Bewegungen und deren Transfer in das System Kunst, wird klar, dass Widerständigkeit nur als eine „Mikropolitik“ politisch-ästhetischen Handelns und nur im jeweiligen Handlungskontext der Protagonisten betrachtet werden kann. Genauso „konkret, situativ und relational“ wie also der Charakter zivilen und sozialen Ungehorsams dargestellt wird, liest sich auch der Sammelband und Ausstellungskatalog.<<
Auszug aus der Rezension von Franz Thalmair in: derStandard.at, online-Ausgabe, 04. August 2008.

Rezension von Elisabeth Steger in MALMOE lesen. (14.8.2008)

Rezension von Martin Büsser im Webjournal transform vom 12.09.08 und in JW – Literatur vom 15.10.2008

Review by Martin Büsser in the webjournal transform, 12.09.08

"Jens Kastner und Elisabeth Bettina Spörr wollen mit ihrer Publikation »nicht alles tun« zeitgemäß auf die Thesen Thoreaus antworten. Überfällig angesichts des gesellschaftlichen und technischen Fortschritts und damit einhergehendem Wandel der Protestformen. Der Band über Theorie und Praxis des zivilen Ungehorsams ist historisch angelegt, bezieht sich auf Objekte der Bildenden Kunst und auf soziale Bewegungen, die belegen, was zu tun ist, wenn man »nicht alles tun« kann. Anders als Thoreau, der sich zurückzog, sind die Beispiele der verschiedenen Autoren handlungsbetont. In Beuys'scher Manier wird dem Gedanken »Die Revolution sind wir!« gefrönt."
Auszug aus:
hier . »nicht alles tun« - ein Hurra dem Ungehorsam
Rezension von Alexander Cierpka. 02.01.2009, ND, Apo-Seite

Rezension Lorettas Leselampe hier . Radio fsk, gesendet am 11.5.2009

"Jens Kastner und Bettina Spörr entwickeln nützliche theoretische Perspektiven". Marc Amann
Ak 542 78. september 2009 kultur

Autor_innen

Jens Kastner

Jens Kastner (*1970), Dr. phil., ist Soziologe und Kunsthistoriker und lebt in Wien. Er ist Senior Lecturer am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften der Akademie der bildenden Künste Wien und schreibt für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften über zeitgenössische Kunst, soziale Bewegungen und Kulturtheorien. Er hat zwei Kinder.

jenskastner.de


Elisabeth Bettina Spoerr

Elisabeth Bettina Spoerr, Jg. 1972, Mag. phil, Kunsthistorikerin, seit 2002 Assistenz-Kuratorin und Ausstellungskoordinatorin in der Generali Foundation Wien.


Inke Arns

Inke Arns, Kuratorin und Autorin, Künstlerische Leiterin des Hartware MedienKunstVereins in Dortmund.


Ulrike Laubenthal

Ulrike Laubenthal, gewaltfreie Aktivistin, Sichelschmiede. Werkstatt für Friedensarbeit in der Kyritz-Ruppiner Heide.


Lou Marin

Lou Marin, lebt seit 2001 in Marseille. Autor der Zeitschrift »Graswurzelrevolution«; Redakteur der Graswurzelrevolution in verschiedenen Redaktionsstrukturen 1984-2001, Mitglied des HerausgeberInnenkreises; Buchautor und Übersetzer; Publikationen u.a. über Albert Camus, Simone Weil, M.K. Gandhi, zuletzt über die Begegnung von Martin Buber und Dag Hammarskjöld.


Andrea Pabst

Andrea Pabst, Soziologin, Berlin.


Gerald Raunig

Gerald Raunig, Philosoph und Kunsttheoretiker, Co-Direktor des European Institue for Progressive Cultural Politicies (eipcp), Wien.


Leserstimmen

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