Die Medien befeuern – insbesondere nach den Terroranschlägen vom 11.9.2001 – einen rassistischen Einwanderungsdiskurs und bedienen sich tendenziell eines „binären Reduktionismus“
Siegfried Jäger, Dirk Halm (Hg.)

Mediale Barrieren

Rassismus als Integrationshindernis

ISBN 978-3-89771-742-8
Erscheinungsdatum: März 2007
Seiten: 259
Reihe: Edition DISS Band: 13
Ausstattung: softcover
24,00 €

Beschreibung

Edition DISS Bd. 13
Die Medien befeuern – insbesondere nach den Terroranschlägen vom 11.9.2001 – einen rassistischen Einwanderungsdiskurs und bedienen sich tendenziell eines „binären Reduktionismus“: Es findet eine Schwarz-Weiß-Malerei statt, indem Muslimen (und anderen Einwanderern) pauschal schlechte Eigenschaften zugeschrieben werden. Demgegenüber findet bei der Charakterisierung von „Eingeborenen“ das Umgekehrte statt: Ihnen werden vor allem gute Eigenschaften zugeschrieben. Hierin sehen die Autorinnen ein ernsthaftes Hindernis für eine „friedliche Koexistenz“ der Kulturen – weltweit.

Aus dem Inhalt:

Dirk Halm / Marina Leokova / Zeliha Yetik :
Pauschale Islamfeindlichkeit? Zur Wahrnehmung des Islams und zur sozio-kulturellen Teilhabe der Muslime in Deutschland

Siegfried Jäger:
Der Karikaturenstreit im „Rechts-Mitte-Links“-Diskurs deutscher Printmedien

Teun A. van Dijk:
Rassismus und die Medien in Spanien

Jürgen Link:
Ein übersehener Aspekt des Karikaturenstreits: Zur Archäologie der „Bombenköpfe“

Sabine Schiffer:
Die Verfertigung des Islambildes in deutschen Medien

Carolin Ködel:
Anti-integrative Integrationsdiskurse in der deutschen Presse am Beispiel der Debatte um den Mord an Theo van Gogh

Horst Pöttker:
Der Karikaturenstreit aus der Sicht journalistischer Berufsethik

Jobst Paul:
Erklärungen und Manifeste. Islamkritik zwischen Aufklärung, Religionskritik und Gegenaufklärung

Weitere Informationen:
Im Forum Qualitative Sozialforschung erschien zu diesem Band eine Rezension von Ruth Wodak. Sie kommt zu dem Fazit: "Alternative Diskurse müssen gefunden werden, die die "binären Reduktionen" aufbrechen lassen. Dafür müssen andere Meinungen, Stimmen und Positionen in den Medien Zugang finden und hörbar werden." Diese Rezension finden Sie hier (externer Link) .

Rezension Anna Pultar, Wiener Integrationskonferenz

Rezension von Kuno Rinke: Selbst- und Fremdbilder – Orient, Islam und People of Color
Aus: Politisches Lernen. 26. Jg., Heft 1 / 2. 2008, S. 98 - 102

Autor*innen

Siegfried Jäger

Siegfried Jäger (1937–2020), Prof. Dr., lehrte Sprachwissenschaft an der Universität Duisburg und war Leiter des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS).

Buchveröffentlichungen u.a.: (Hrsg. mit Christoph Butterwegge) Rassismus in Europa. 2. Aufl., Köln 1993; (Hrsg. mit Christoph Butterwegge) Europa gegen den Rest der Welt. Köln 1993; (Hrsg. mit Jürgen Link) Die vierte Gewalt. Rassismus und die Medien. Duisburg 1993; Der Großregulator. Analyse der Bildberichterstattung über den rassistisch motivierten Terror und die Fahndung nach der RAF im Sommer 1993. Duisburg 1993; (Hrsg. mit M. Jäger) Studien zu Rechtsextremismus und (Neo-)Konservatismus. Duisburg 1995; BrandSätze. Rassismus im Alltag. 4. Aufl., Duisburg 1996; Kritische Diskursanalyse. 4. erw. Aufl., Duisburg/Münster 2004; (gemeinsam mit M. Jäger) Gefährliche Erbschaften. Die schleichende Restauration rechten Denkens. Berlin 1999; (Hrsg. mit Alfred Schobert) Weiter auf unsicherem Grund. Faschismus, Rechtsextremismus, Rassismus. Kontinuitäten und Brüche, Duisburg 2000.

NACHRUF auf Prof. Dr. em. Siegfried Jäger
von Regina Wamper, Sebastian Friedrich, Sara Madjlessi-Roudi und Jens Zimmermann – analyse & kritik Nr. 663, 15. September 2020


Dirk Halm

Dr. phil. Dirk Halm ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Zentrum für Türkeistudien in Essen und Lehrbeauftragter am Institut für Politik der Universität Münster. Arbeitsschwerpunkte: Integrationspolitik, Interkulturelle Erziehung, Rassismus/Fremdenfeindlichkeit, Religion, interreligiöser Dialog. Neueste Veröffentlichung: Zur Wahrnehmung des Islam in der deutschen Öffentlichkeit 2000-2005. In: Zeitschrift für Ausländerrecht und Ausländerpolitik 5-6/2006, S. 1999-206.


Jürgen Link

Prof. Dr. phil. Jürgen Link ist Literatur- und Kulturwissenschaftler an der Universität Dortmund und Herausgeber der „zeitschrift für angewandte diskurstheorie kultuRRevolution“. Arbeitsschwerpunkte: Angewandte Diskurstheorie, Kollektivsymboltheorie, Theorie des Normalismus. Neueste Veröffentlichungen: Versuch über den Normalismus. Wie Normalität produziert wird, 3., ergänzte, überarbeitete und neu gestaltete Aufl. 2006, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.


Jobst Paul

Jobst Paul ist promovierter Sprach- und Literaturwissenschaftler und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS). Seine Arbeitsschwerpunkte sind die ideologischen Grundlagen westlicher Ausgrenzungskonstrukte. Er veröffentlichte Bücher und zahlreiche Aufsätze zur Ethik, u.a. zum Menschenbild in den Biowissenschaften. 2005/06 leitete er das Forschungsprojekt ›Staat, Nation, Gesellschaft‹, das sich mit den gesellschaftspolitischen Interventionen der deutsch-jüdischen Publizistik im 19. Jahrhundert beschäftigte. Derzeit koordiniert er das Editionsprojekt ›Deutsch-jüdische Autoren des 19. Jahrhunderts. Schriften zu Staat, Nation, Gesellschaft‹.


Carolin Ködel

Carolin Ködel (M.A.) ist nach dem Studium der Germanistik und der Interkulturellen Pädagogik an der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg DAAD-Sprachassistentin an der Helwan-Universität Kairo. Neueste Veröffentlichung: Al urs al abiad – Scheinehe – Le mariage en papier. Eine filmische Erzählung über illegale Migration und Möglichkeiten ihres Einsatzes im interkulturellen und antirassistischen Schulunterricht. Oldenburg 2005: BIS-Verlag (Schriftenreihe des IBKM Nr. 22).


Marina Liakova

Marina Liakova ist Soziologin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Zentrum für Türkeistudien in Essen. Arbeitsschwerpunkte: Minderheitenpolitik, Balkanstaaten, Geschichte und Gedächtnis. Neueste Veröffentlichung: Geschichtsbewusstsein von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. In: IMIS-Beiträge 30 (2006), S. 95-122.


Horst Pöttker

Prof. Dr. phil. hist. Horst Pöttker lehrt Journalistik mit dem Schwerpunkt gesellschaftliche und historische Grundlagen des Journalismus an der Universität Dortmund. Neueste Veröffentlichungen: Handbuch Medienselbstkontrolle. Wiesbaden: VS-Verlag 2005 (Hrsg. Zus. mit Achim Baum, Wolfgang R. Langenbucher, Christian Schicha); Integration durch Massenmedien. Mass Media-Integration. Medien und Migration im internationalen Vergleich. Media and Migration: A Comparative Perspective. Bielefeld: transcript 2006 (Hrsg. mit Rainer Geißler).


Teun A. van Dijk

Prof. Dr.phil., Dr. hc. mult. Teun A. van Dijk lehrt Diskurstheorie und Diskursanalyse an der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona. Neueste Veröffentlichungen: Discourse and racism in Spain and Latin America. Amsterdam: Benjamins 2005; Context. A multidisciplinary theory, 2. Bde (in Vorb.); The Study of Discourse. 5 Bde. London: Sage 2007 (Hrsg.).


Zeliha Yetik

Zeliha Yetik ist Erziehungswissenschaftlerin und (ehemalige) Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung Zentrum für Türkeistudien in Essen.


Sabine Schiffer

Dr. phil. Sabine Schiffer ist Leiterin des Instituts für Medienverantwortung Erlangen. Neueste Veröffentlichungen: Die Darstellung des Islams in der deutschen Presse. Sprache, Bilder, Suggestionen. Würzburg: Ergon 2005; Sinn-Induktionsphänomene ernst nehmen. In: Zeitschrift für Kommunikationsökologie und Medienethik 1/2006.


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