»1.000 Jahre Leipzig« – Zeit für einen Blick hinter die Fassade(n)
Frank Eckardt, René Seyfarth, Franziska Werner (Hg.)

LEIPZIG

Die neue urbane Ordnung der unsichtbaren Stadt

ISBN 978-3-89771-577-6
Erscheinungsdatum: März 2015
Seiten: 296
Ausstattung: softcover
18,00 €

Beschreibung

Leipzig ist nach vielen Jahren der Schrumpfung heute die am schnellsten wachsende Stadt in Ostdeutschland. Als »Hypezig« erfuhr der neue Boom in den letzten Jahren massive mediale Aufmerksamkeit. Doch der städtische Wandel ist komplex und vielfältig. Ausgrenzungen und soziale Ungleichheiten sind Begleiterscheinungen dieser oftmals positiv wahrgenommenen Entwicklung. Das  Buch Leipzig: Die neue urbane Ordnung der unsichtbaren Stadt gibt Einblicke in die soziale Ordnung von Leipzig, welche die Stadt in ihrer Widersprüchlichkeit beschreiben. »Unsichtbare« beziehungsweise unsichtbar gemachte Prozesse und soziale Gruppen stehen deshalb im Fokus. Die aufgenommenen Beiträge legen auf verschiedene Weise dar, wie in Leipzig hinter den schönen Fassaden an einer neuen Gesellschaftsordnung gebaut wird.
Das Buch versammelt einerseits Beiträge zu aktuellen Entwicklungen in den Bereichen Wohnungsmarkt, Bildung und Kultur sowie zu lokalen Diskursen und dem überregional bekannt gewordenen Label »Hypezig«. Andererseits werden heterogene Lebenswelten von – zum Beispiel – Muslim_innen, Wohnungslosen, Flüchtlingen, Queers, Neonazis und älteren Menschen beleuchtet. Die dargestellten Mechanismen und Phänomene der neuen urbanen Ordnung sind zum einen spezifisch für die Situation in Leipzig, zum anderen lassen sich die aufgezeigten Veränderungen auch in vielen anderen Städten wiederfinden. Diese Buch versteht sich als Anregung und Diskussionsbeitrag, sich mit diesem Wandel auseinanderzusetzen.

Autor*innen

Frank Eckardt

Frank Eckardt ist Professor für Sozialwissenschaftliche Stadtforschung an der Bauhaus-Universität Weimar (2015). Er ist promovierter Politikwissenschaftler und beschäftigt sich seit 20 Jahren wissenschaftlich mit Fragen der Stadtentwicklung.
Nach Professuren in Paris und Frankfurt wurde er im Jahre 2009 in Weimar berufen, wo er Stadtplaner_innen und Architekt_innen ausbildet. Im Rahmen verschiedener Projekte hat sich Frank Eckardt auch zu unterschiedlichen Fragestellungen in Leipzig beschäftigt und dazu publiziert. Seine neuste Publikation ist »Lehrbuch Stadtforschung: Gegenstand und Methoden«, Springer Verlag: Wiesbaden (2014).


René Seyfarth

René Seyfarth studierte von 2000 bis 2007 unter anderem Kulturwissenschaften, Ethnologie und Kunstgeschichte in Leipzig und Palermo. Als Mitglied des StudentInnenRates gab er nicht nur den Erstsemesterführer durch Leipzig heraus, sondern engagierte sich auch gegen den Wiederaufbau der Paulinerkirche und für eine zeitgemäße Erinnerungspolitik. Während und nach dem Studium lernte er durch diverse mehr oder weniger prekäre Beschäftigungen Leipzig und Leipziger_innen in verschiedensten Situationen und Bereichen kennen, darunter Tätigkeiten im Veranstaltungsbereich, für ein Jugendreiseunternehmen, im Callcenter, für das Theater der Jungen Welt oder für einen Messedienstleister. Für das Internet-Portal Leipzig-Almanach schrieb er Rezensionen in den Bereichen Film, Theater und Popkultur. Von 2009 bis 2015 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Sozialwissenschaftliche Stadtforschung an der Bauhaus-Universität Weimar. Aktuell (2015) arbeitet er an der Fertigstellung seiner Promotion über Konflikte um Raumdeutung und Raumnutzung am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität Berlin.


Franziska Werner

Franziska Werner hat in Leipzig Soziologie und Kulturwissenschaften studiert mit besonderem Schwerpunkt auf Stadt- und Raumsoziologie. Nach dem Magister-Abschluss war sie als wissenschaftliche Hilfskraft am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ Leipzig-Halle im Department für Stadt- und Umweltsoziologie sowie als Lehrbeauftragte an der HTWK Leipzig tätig. Seit April 2013 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Bauhaus-Universität Weimar an der Professur für Sozialwissenschaftliche Stadtforschung. In ihrem Promotionsvorhaben befasst sie sich aus raum- bzw. stadtsoziologischer Perspektive mit der Unterbringung von Geflüchteten in Deutschland. Sie lebt seit zehn Jahren in Leipzig und ist dort (stadt-)politisch aktiv und vernetzt (2015).


Andreas Bischof

Andreas Bischof (*1986) lebt seit 2006 in Leipzig. Nach dem Studium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig promoviert er derzeit im DFG Graduiertenkolleg »Crossworlds« an der TU Chemnitz (2015). Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören Kultursoziologie sowie Wissenschafts- und Technikforschung, insbesondere die Untersuchung sogenannter ›sozialer Technik‹. #Hypezig erlebt er nicht nur als Beobachter: Eingebunden in ein Netzwerk aus Leipziger Musiker_innen mit einem eigenen Label thematisiert er Fragen nach Einkommens- und Lebensmodellen von Kultur und Kulturschaffenden im digitalen Zeitalter auch ganz praktisch.


Norma Brecht

Norma Brecht hat in Leipzig Politikwissenschaften mit der Vertiefung Stadtgeographie studiert. Nach ihrer Tätigkeit als studentische Hilfskraft am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ Leipzig-Halle im Department
für Stadt- und Umweltsoziologie übernahm sie Lehraufträge an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK). Zurzeit (2015) studiert sie in Leipzig Architektur und ist dort in verschiedenen stadtpolitischen Gruppen aktiv.


Ossama Hegazy

Ossama Hegazy, geb. 1981 in Alexandria, schloss im April 2006 sein Architekturstudium in Ägypten ab. Im August 2009 beendete er sein Masterstudium im Fachbereich Innenarchitektur an der Hft-Stuttgart. Seine Masterthesis ›Invitation for Communication, Transferring the Islamic Architecture to Europe‹ hatte die Förderung der Integration und Kommunikation der Muslim_innen in die deutsche Gesellschaft zum Ziel. Seit Oktober 2009 promoviert er an
der Professur für Sozialwissenschaftliche Stadtforschung der Bauhaus-Universität Weimar zum Thema: »Zur Deutschen Moschee, Umdenken der Moscheebedeutung in Deutschland durch die Anwendung von Sozio-Semiotik«.
Mit der Begründung und Co-Koordinierung des Projekts »Urban Minorities« unterstützt er begleitend zu seiner Promotion den Austausch zwischen Deutschland und der arabischen/islamischen Welt. Zudem ist er Mitglied des DAAD-Expertenkreises »Aufbruch in Nordafrika und die Rolle der Hochschulkooperation« (2015).


Hermann Köhler

Hermann Köhler schloss 2006 sein Magisterstudium der Soziologie, Psychologie und des Öffentlichen Rechts an Goethe-Universität Frankfurt am Main, der University of Technology Sydney, Australia sowie der Justus-Liebig-Universität Gießen ab. Er arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen interdisziplinären Stadtforschungsprojekten der Universität Kassel sowie der Bauhaus-Universität Weimar, an welcher er an der Professur für Sozialwissenschaftliche Stadtforschung zum Thema »Die neue Sichtbarkeit des Islam in der Postsäkularen Stadt? Die Auswirkungen einer religions-basierten Gemeinde und ihres Sakralbaus auf Inklusion und Exklusion am Beispiel einer repräsentativen Moschee« promoviert. Zur Zeit (2015) arbeitet er an der Bauhaus-Universität Weimar an dem Aufbau eines International PhD Network. Forschungsinteressen: kritische Stadtforschung, Postsecular City, Islam, Emotionsforschung, Architektursoziologie.


René Lenz

René Lenz hat in Leipzig und Manchester Politikwissenschaft, Kulturwissenschaften und Soziologie studiert und in Dresden, Kasan (Russische Föderation) sowie in Leipzig und Erfurt gearbeitet. 2013 hat er an der Universität Erfurt promoviert (»Externe bildungspolitische Akteure in der Russischen Föderation«). Sein Fokus gilt gesellschaftlichen Prozessen und Akteuren in Europa. Derzeit (2015) arbeitet er als wissenschaftlicher Koordinator für Internationale Promotionsprogramme und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Europäische Urbanistik an der Bauhaus-Universität Weimar.


Andy Plötz

Andy Plötz wurde 1983 geboren und studierte Soziologie an der Universität Leipzig, wo er sein Studium 2012 mit dem Diplom abschloss. Seit dem ist er als wissenschaftliche Hilfskraft im Gleichstellungsbüro der Universität Leipzig beschäftigt. Daneben ist er freiberuflich als Bildungsreferent mit den Schwerpunkten Queer, Queer Politics sowie Sexismus und Subkultur tätig (2015).


Tobias Prüwer

Tobias Prüwer (*1977, Erfurt), Studium der Philosophie und Geschichte in Leipzig und Aberdeen. Wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Philosophie der Uni Leipzig. Seit 2009 Theaterredakteur beim Leipziger kreuzer.
Forschungsinteressen: Zwischen Ermächtigung und Entmächtigung – Philosophie der Bildung und Kritik an der Erziehung zur Brauchbarkeit; Eine Frage der Technik? – Das Apparate-Paradigma und die Pluralität der Weltzugänge; Just Flesh? – Body Modification und Körperpolitiken. Lebt als freier Autor in Leipzig (2015). Letzte Veröffentlichung: Mit Franziska Reif: A wie Asozial. So demontiert Hartz IV den Sozialstaat, Marburg 2014.


Christian Richter

Christian Richter hat von 2003 bis 2011 Soziologie und Politikwissenschaften an der Universität Leipzig studiert. Interessenschwerpunkte für ihn sind gesellschaftspolitische Transitionsprozesse. Als wissenschaftliche Hilfskraft und Tutor am Lehrstuhl Sozialpolitik der Universität Leipzig und in der VW-Nachwuchsforschergruppe »Sozialraum Europa« beschäftigte er sich mit der räumlichen Dynamik von Sozialpolitik. Am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschungszentrum Leipzig (UFZ) und bei der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) Indien/New Delhi arbeitete er zu Vulnerabilitäten und Anpassungen an globale Umweltveränderungen. Daneben engagiert er sich sport- und kulturpolitisch in der Antidiskriminierungsarbeit (u.a. beim Roter Stern Leipzig ‘99 e.V.) (2015).


Dieter Rink

Dieter Rink ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ Leipzig-Halle, Department für Stadt- und Umweltsoziologie und zugleich Honorarprofessor an der Universität Leipzig (2015).
Arbeitsschwerpunkte: Schrumpfende Städte, nachhaltige Stadtentwicklung, Segregation, Stadtökologie und Stadtnatur; außerdem: Soziologie sozialer Bewegungen, Sozialstrukturanalyse und Milieuforschung. Neuere Publikationen (Auswahl): Rink, D., Haase, A., Grossmann, K., Couch, C., Cocks, M. (2012): From long-term shrinkage to re-growth? A comparative study of urban development trajectories of Liverpool and Leipzig, in: Built Environment 38, 2, 162-178. Haase, A., Hospers, G.-J., Pekelsma, S. (eds.): Shrinking Areas. Front-runners in innovative citizen participation, The Hague 2012. Rink, D., Bernt, M., Großmann, K., Haase, A. (2014): Governance des Stadtumbaus in Ostdeutschland – Großwohnsiedlung und Altbaugebiet im Vergleich, in: Jahrbuch StadtRegion 2014, S. 132-147.


Rico Rokitte

Rico Rokitte ist Doktorand an der Professur für Sozialwissenschaftliche Stadtforschung der Bauhaus-Universität Weimar (2015). Seit 2008 ist er Lehrbeauftragter zu Stadtentwicklung und Sozialraumtheorie an der HTWK Leipzig, Universität Leipzig und Universität Nischni Nowgorod. Er forscht und publiziert u.a. zu den Schwerpunkten Bildung und Bildungsaufstieg mit Migrationshintergrund und Stadtentwicklung. Zuletzt veröffentlichte er das Arbeitspapier 292 der Hans-Böckler-Stiftung zu Begabtenförderung und Bildungserfolg.


Philipp Schäfer

Philipp Schäfer, geb. 1987, studierte Kulturwissenschaften und Soziologie in Lüneburg, Leipzig und Lyon. Er promoviert am Exzellenzcluster »Kulturelle Grundlagen von Integration« der Universität Konstanz zur Produktion und Organisation von Migration in städtischen Asylregimen (2015).


Sandra Schindlauer

Dipl.-Geogr. Sandra Schindlauer ist zurzeit (2015) Doktorandin im Rahmen des internationalen Promotionsprogramms »European Urban Studies« an der Fakultät für Architektur und Urbanistik an der Bauhaus-Universität Weimar.
Im Rahmen ihres Studiums der Humangeographie, Soziologie und Publizistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Midsweden University in Östersund beschäftigte sie sich intensiv mit verschiedenen Facetten sozialer Ungleichheit (insbesondere Armut) im großstädtischen Kontext. Aktuell gilt ihr besonderes Interesse dem Umgang mit wohnungs- und obdachlosen Personen in öffentlich zugänglichen Räumen deutscher Großstädte.


Laura Torreiter

Laura Torreiter, M.A. lebt und arbeitet in Leipzig (2015). Sie studierte zuvor Geographie mit den Nebenfächern Kunstgeschichte und Indologie an der Universität zu Köln, arbeitete dort als studentische Hilfskraft und verfasste nach zwei Auslandsaufenthalten in Indien ihre Magisterarbeit über »Kulturerhalt und Denkmalschutz in Südindien«. Nach ihrem Abschluss begann sie ein Doktorandenstudium in der Forschungsgruppe Urban Heritage am Institut für Europäische Urbanistik, Bauhaus-Universität Weimar, wo sie eine Konferenz mit dem Titel »The Media of the Metapolis« organisierte, ein Tutorium über sozialwissenschaftliche Stadtforschung leitete und an einem Doktorandenaustausch mit der Universität in Belo Horizonte, Brasilien, teilnahm. In ihrer Dissertation befasst sie sich mit der Aneignung von Baudenkmalen durch Eigentümer_innen mit Migrationshintergrund in Leipzig. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Stadt- und Sozialgeographie sowie Kulturerbe- und Denkmalforschung.


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Hintergrundinfos

Das linksdrehende radio aus Leipzig sprach mit einer der HerausgeberInnen, Franziska Werner. Zum Interview vom 15.03.2015 ...


Leipzig veranstaltet eine Festwoche anlässlich seines 1 000jährigen Bestehens. Doch nicht alle Bürger sind in Jubelstimmung, es gibt Protest gegen die Vermarktung der Stadt als Wirtschaftsstandort.
Zum Artikel in der Jungle World,       Nr. 23 v. 04.06.2015