»Kommunismus« ist für alle da. Einsteigerinnen und solche, die schon immer an diesem verflixten Fetischkapitel verzweifelt sind.
Bini Adamczak

Kommunismus

kleine Geschichte, wie endlich alles anders wird

ISBN 978-3-89771-231-7
Erscheinungsdatum: November 2018
Seiten: 84
Ausstattung: softcover
8,00 €

Beschreibung

6. Auflage

Hier geht's zur Jubiläumsausgabe ...
hier zum eBook ...
und hier zu den dazugehörigen Postkarten ...

"schlaues Büchlein" ver.di publik

Wie lässt es sich – jetzt! – 30 Jahre nach dem Ende der Geschichte über das Ende der Vorgeschichte, über Kommunismus schreiben, ohne der Lächerlichkeit eines ohnmächtigen Pathos zu verfallen? Kritische Kritik + Negation der Negation? Aber: sollte sich der Kommunismus auf übelgelaunte Negation beschränken, ohne Traum und Sexappeal? Es bedarf einer kinderleichten Sprache um ein kommunistisches Begehren zu erfinden. »Den Kommunismus machen: das kann ja wohl nicht so schwer sein.«

KOMMUNISMUS ist für alle da. Für Einsteigerinnen und solche, die schon immer an diesem verflixten Fetischkapitel verzweifelt sind: Artisten der Negation, praktische Kritikerinnen und jene, denen das falsche Ganze einfach als zu farblos erscheint. Die kleine Geschichte erweist den Kommunismus gänzlich unzeitgemäß als das wunderlich Einfache + Schöne. Sie folgt einem kommunistischen Begehren: dass endlich alles anders wird.

In ihrem Nachwort skizziert die Autorin die historischen und theoretischen Koordinaten der Konstruktion eines kommunistischen Begehrens.

"In Missachtung der gängigen Genres ist Adamczak eine differenzierte Vergegenwärtigung der Fallstricke kommunistischer Gesellschaftskritik gelungen - mit Unterhaltungswert."Gottfried Oy, Frankfurter Rundschau, 9. Dezember 2004

"Das ist hübsch, aber auch mehr als das. Weil es beim Kommunismus nicht um die wahre Lehre, sondern auch um eine Lust zum Kommunismus geht. Etwa am Schreiben und Lesen." –  can, Frankfurt Journal, 20/04

"Sie begeht nicht den Fehler von Negri/Hardt, dass sie einen Liebeskommunismus à la Franz von Assisi entwirft, der den bürgerlich-linken Intellektuellen eine Träne im Knopfloch abfordert, sie macht etwas viel Radikaleres: Sie beschreibt lediglich den Weg zum Kommunismus, nicht das Ziel, und das in einer einfachen, einer kinderleichten Sprache. (…) Das kluge Nachwort, das man gern liest, beruhigt zudem alle, die sich vor ganz einfachen Texten ganz doll fürchten.“ –  Jörg Sundermeier, intro, 21. Dezember 2004

"Der_die Leser_in lernt mit ihnen und merkt: Der Kommunismus muss gar kein kompliziertes, unverständliches Theorie-Ungetüm sein. Mensch kann ihn ganz einfach verstehen und siehe da: Es kann sogar Spaß machen!" – Lesetipp, strassenauszucker.blogsport.de, 10. November 2009


Review in English

The thought is captivating through its simplicity. To attempt to think about communism more than a decade after the “end of history” makes completely new ways of expression necessary. Far from the pathos of red flags or barricades, far from the pompousness of socialist parties and far from Marx exegesis. According to Bini Adamczak nowadays only a children’s language allows a free association of individuals to be thinkable and desirable again. “The Little Story, How Everything Will Finally Change” is a theoretical story told in the language of a children’s book. With this it falls through every grid, not being really a children's book, or a theoretical essay, nor a literary tale or a historical abstract. In contempt of current genres Adamczak presents the many traps in which a communist critique may get caught in – with entertainment factor.

From feudalism until today: Adamczak writes about jealous princesses, chandlers, glass pearls that are exchanged for gold, displaced farmers, who have to sell their (wo)manpower in the town, about flat-iron-factories and “the big saucepan”, the state, into which all throw their money in the hope that it will be distributed justly. The competition of the factories leads to a general crisis and this becomes the centre of the story. “And that's how it’s done”: in six attempts the men and women in the flat-iron-factories try out the historic models of socialist/communist change, but have to realize quickly that they are still unhappy.

Whether it is the regulation of the market or complete socialization, the self organization of labour or its abolishment in the eyes of the humans something essential always remains unconsidered: stupid work, competition, beauraucracy, reification or the backslide behind already reached standards of life. “Attempt number 6”, the conscious decision to take everything into their own hands finally leads to a radical turn: “We will decide for ourselves, how it will continue."

Autor*in

Bini Adamczak

Foto: Chris Grodotzki / jib collectiveBini Adamczak, 1979, arbeitet als freie (lies: prekäre) Autorin und Künstlerin in Berlin. 2004 erschien Kommunismus. Kleine Geschichte, wie endlich alles anders wird, dessen englische Übersetzung 2017 einen antikommunistischen Shitstorm in der US-Rechten auslöste. 2007 veröffentlichte sie Gestern Morgen. Über die Einsamkeit kommunistische Gespenster und die Rekonstruktion der Zukunft. 2017 folgten Der schönste Tag im Leben des Alexander Berkman. Vom möglichen Gelingen der Russischen Revolution sowie Beziehungsweise Revolution, 1917, 1968 und kommende. Bini Adamczak ist Mitglied der ›jour fixe initiative berlin‹.


Leser*innenstimmen

Für dieses Produkt wurden noch keine Bewertungen abgegeben.
Um eine Leser*innenstimme abzugeben zu können, musst du dich registrieren und einloggen.
Hintergrundinfos

Nachdem 2017 in dem US-amerikanischen Verlag MIT Press eine englische Übersetzung unter dem Titel Communism for Kids erschien, die einen gewaltigen Shitstorm auslöste (s.u.), hat Bini Adamczaks Kommunismus weltweites Interesse ausgelöst. Mittlerweile gibt es in zahlreichen Ländern Übersetzungen des Titels, unter anderem auch in China. Hier wurde Kommunismus 2018 sogar für den Children Book Award for Thematic Books nominiert, der von der führenden Wirtschaftszeitung »China Publishing Today« und dem »Juvenile Committee of  The Publishers Association of China« vergeben wird – als einziges ›ausländisches‹ Buch.


»Wir müssen uns den Mut zurückerobern, über die engen Grenzen des Erlaubten hinauszugehen.« – Bini Adamczak im Gespräch mit Sebastian Friedrich, kritisch-lesen.de, 15. Januar 2019


»Die Leute nehmen Raum ein, sie sagen: Die Forderung sind wir« – Florian Schmid im Gespräch mit Bini Adamczak, der Freitag, 02. November 2017


 

Der Film zum Buch: »Wie endlich alles anders wird« – Lesung von Bini Adamczak im Rahmen einer Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung am Samstag, 25. April 2015 [59:03 min.]


Hier eine kleine Auswahl der Artikel und Berichte über die Welle der Entrüstung, die die englische Übersetzung von Bini Adamaczaks ›kleine geschichte, wie endlich alles anders wird‹ in den USA ausgelöst hat:

 »Bini Adamczak treibt Bartbart in den Wahnsinn: Wissenschaftlerin erklärt den Kommunismus für Kinder« – Sebastian Bähr, Neues Deutschland, 24. April 2017

»Gespenster und Hausmärchen: Ein deutsches Kinderbuch erzürnt konservative Gemüter in den USA« – Caspar Shaller, ZEITonline, 26. April 2017

»Communism for Kids Prompts Right-Wing Media Frenzy« – Gabriel Kuhn, PM press, 4. Mai 2017

»Deutsches Buch über Kommunismus sorgt für Aufruhr in den USA« – ct (db/fs), Deutsche Welle, 6. Mai 2017

»Sie wollen unsere Kinder! Warum Bini Adamczaks kleines Buch über Kommunismus die US-Konservativen in Panik versetzt« – Chad Kautzer, analyse & kritik, 16. Mai 2017

»Marx in Amerika: Wie gelangt ein schmaler Band über den Kommunismus aus der deutschen Provinz zu ›Breitbart‹? Die erstaunliche Karriere von Bini Adamczaks Buch in zehn Stationen«, zusammengestellt von Mladen Gladić und Christine Käppeler, der Freitag, 17. Mai 2017

»Sturm der Entrüstung«
– Peter Nowak, Jungle World, 18. Mai 2017

»›Kommunismus für Kids‹ und ein Hauch von McCarthyismus« – Peter Nowak, Telepolis, 18. Mai 2017

»The Little Red Book for Children« – Jacob Blumenfeld, The New York Times, 28. Mai 2017