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»Nein, kolonial geprägte Anschauungsweisen sind leider nicht passé. Kelly unterstreicht diese Tatsache einmal mehr. Mit ihrem Werk verfolgt sie das Ziel, ›neue Prägungen der Wissensformation aufzuzeigen und den akademischen Kanon an Schwarzer Wissens_reproduktionen im deutschen Kontext fortzuführen und anschlussfähig zu machen‹.

Das mag dem ersten Eindruck nach etwas sperrig wirken. Doch die ausführlich recherchierte Arbeit ist gut zugänglich. Es werden unter anderem postkoloniale Forschung in Deutschland sowie Aspekte sprachlicher und visueller Kolonialität sensibel und kritisch reflektiert aufbereitet. Toll sind die biografischen Kapitel zu den inspirierenden feministischen Aktivistinnen Audre Lorde und May Ayim.

Für besonders packende Lesemomente sorgt auch der Teil zu kolonialen Bilder_produktionen, der visuell durch schwarz-weiße Illustrationen unterstützt wird. Kelly gelingt es, große globale Zusammenhänge zu schaffen und dadurch ein komplettes Bild zu Schwarzer deutscher Geschichte, Gegenwart und Zukunft zu vermitteln. Das akademisch geprägte Buch zeichnet sich auch durch seine Schreibweise mit Gendergap sowie durch häufige Fußnoten aus, die wertvolle Erläuterungen geben.« – Birgit Coufal, Weiberdiwan, 10.2016

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