Cajo Brendel

Die Revolution ist keine Parteisache

Ausgewählte Schriften

Ausgewählt und herausgegeben von Andreas Hollender, Christian Frings und Claire Merkord
ISBN 978-3-89771-462-5
Erscheinungsdatum: April 2008
Seiten: 320
Ausstattung: softcover
18,00 €

Beschreibung

Ausgewählt und herausgegeben von Andreas Hollender, Christian Frings und Claire Merkord

Reihe: Dissidenten der Arbeiterbewegung Band 2
Der Kommunismus ist keine Doktrin, sondern eine unter unseren Augen vor sich gehende Bewegung. Er existiert nicht in fertigen Theorien, sondern in den proletarischen Kämpfen gegen die kapitalistische Ausbeutung. Nur die Arbeiterinnen und Arbeiter selber können in ihrer Selbsttätigkeit die Herrschaft des Staats und der Parteien überwinden, indem sie Organe ihrer sozialen Selbstbestimmung schaffen, zum Beispiel Arbeiterräte.

Cajo Brendel, 1915 in Den Haag geboren, hat diese Thesen eines Marxismus der Autonomie durch seine Schriften in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg lebendig gehalten. Geprägt von den Diskussionen der dreißiger Jahre in der holländischen rätekommunistischen Gruppe Internationaler Kommunisten (GIK) beschäftigte er sich seit den fünfziger Jahren weiter mit den Selbstbefreiungstendenzen in den realen Arbeiterkämpfen. Gegen die bolschewistischen Mystifikationen eines Staatssozialismus vertrat er eine konsequente Position der Antistaatlichkeit, wie er sie in den autonomen Klassenkämpfen gegen Parteidiktatur oder bürokratische Gewerkschaftskontrolle vorfand. Als einer der ersten analysierte er den proletarisch-revolutionären Charakter der Aufstände in Ostdeutschland 1953 und kritisierte den Mythos der chinesischen Kulturrevolution.

Der vorliegende Band versammelt einige seiner zentralen Texte, die Impulse für die Entwicklung eines undogmatischen und antileninistischen Marxismus gaben, ergänzt durch hier erstmals ins Deutsche übertragene Schriften und einleitende Beiträge zu seiner Person.

Aus dem Inhalt:

Zur Person:
* Wer ist Cajo Brendel (Dik und Geert van der Meulen)
* Persönliche Erinnerungen (Henri Simon)
* Nachruf – Cajo Brendel 1915-2007 (Marcel van der Linden)

Texte von Cajo Brendel:
* Die »Gruppe Internationale Kommunisten« in Holland. Persönliche Erinnerungen aus den Jahren 1934-1939
* Erinnerungen aus seinem Leben – aus »OnVoltooid Verleden« (Erstübersetzung)
* Der Arbeiteraufstand in Ostdeutschland im Juni 1953 (Erstübersetzung)
* Zum wilden Streik im Rotterdamer Hafen 1970 und der Rolle politischer Gruppen
* Kritik des Leninschen Bolschewismus
* Lenin als Stratege der bürgerlichen Revolution
* Kronstadt: Proletarischer Ausläufer der Russischen Revolution
* Zum Berliner Kronstadt-Kongress 1971 in Berlin (Erstübersetzung)
* Kritik des Leninschen Bolschewismus
* Lenin als Stratege der bürgerlichen
* Thesen über die chinesische Revolution (überarbeitete Übersetzung)
* Wen oder was vertritt Gorbatschow
* Rätedemokratie statt Parteidiktatur
* Zwei Interviews aus den neunziger Jahren

Zeittafel
Auswahlbibliographie
Personenregister


Rezensionen

Antiautoritäre Marxisten. Nach einer kurzen Phase um 68 interessieren sich Linke wieder mehr für Rätekommunismus. Rezension von Axel Berger in: ND v. 01.08.2008 S. 13

Die Partei, die Partei, die ist immer schlecht. Die »Ausgewählten Texte« des hollän­dischen Rätekommunisten Cajo Brendel zeigen, wie nötig die radikale Kritik des Kommunismus ist, um ihn neu begründen zu können. Rezension von Roger Behrens in: Jungle World Nr. 33, 14. August 2008 | disko

Anton Harper, Rezension in iz3w, Dezember 2008

Keine Partei, aber nicht parteilos. Der Rätekommunist Cajo Brendel. Rezension von Roger Behrens. FSK Radiobücherkiste; Erstsendung: 16. Januar 2008.

"Klosterbrüder des Marxismus"? Buchbesprechung: Cajo Brendel - Die Revolution ist keine Parteisache von Jost Wippermann
in Trend Online 05/09

Autor_in

Cajo Brendel

Cajo Brendel, 1915 in Den Haag geboren, hat seine Thesen eines Marxismus der Autonomie durch seine Schriften in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg lebendig gehalten. Geprägt von den Diskussionen der dreißiger Jahre in der holländischen rätekommunistischen »Gruppe Internationaler Kommunisten« (GIK) beschäftigte er sich seit den fünfziger Jahren weiter mit den Selbstbefreiungstendenzen in den realen Arbeiterkämpfen. Gegen die bolschewistischen Mystifikationen eines Staatssozialismus vertrat er eine konsequente Position der Antistaatlichkeit, wie er sie in den autonomen Klassenkämpfen gegen Parteidiktatur oder bürokratische Gewerkschaftskontrolle vorfand. Als einer der ersten analysierte er den proletarisch-revolutionären Charakter der Aufstände in Ostdeutschland 1953 und kritisierte den Mythos der chinesischen Kulturrevolution.

Cajo Brendel ist am 25.Juni 2007 im Alter von 91 Jahren gestorben.


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