Andreas Kemper (Hg.)

Die Maskulisten

Organisierter Antifeminismus im deutschsprachigen Raum

ISBN 978-3-89771-523-3
Erscheinungsdatum: Juni 2012
Seiten: 188
Ausstattung: softcover
14,00 €

Beschreibung

›Maskulismus‹ ist die Selbstbezeichnung des modernisierten Antifeminismus.
Der vorliegende Sammelband vereint aktuelle Forschungsergebnisse mit Erfahrungsberichten zum Maskulismus im deutschsprachigen Raum.

Buchtipp EMMA 4/2012


"Ein wichtiges Buch für alle an Gleichberechtigung Interessierten und bestimmt auch nützlich für Piraten, die mal nachvollziehen möchten, wieviel Maskulismus bis heute in ihrem innerparteilichen Genderdiskurs steckt. Fünf von fünf Sternen."
sanczny

Im ersten Kapitel wird die Entwicklung des Maskulismus skizziert. Thomas Gesterkamp berichtet über die sich bereits in den 1990er Jahren etablierende Vaterrechtsbewegung. Jörg Rupp skizziert die Entwicklung der Männerrechtsbewegung von den Anfängen im Usenet und deren Ausbreitung im Web 2.0. Die interne Debatte über den antifeministischen Oslo-Attentäter Breivik und die vermeintliche Spaltung der Männerrechtsbewegung untersucht Andreas Kemper.
Auf der Grundlage von drei wissenschaftlichen Abschlussarbeiten kann erstmals die Männerrechtsbewegung umfassender analysiert werden.
Isolde Aigner befasst sich mit antifeministischen Denkmustern im medialen Diskurs. Hinrich Rosenbrock stellt die Hauptideologien der Männerrechtsbewegung, nämlich Antifeminismus und männliche Opferideologie vor. Darauf geht auch Robert Claus in seiner Analyse von „AGENS“ und „MANNdat“ ein.
In einem weiteren Teil berichten FeministInnen von ihren Erfahrungen mit Maskulisten und deren Strategie „hate speech“. Ines Fritz berichtet über ihre Erfahrungen mit antifeministischen Bloggern - Ähnliches hat auch Gudrun Debus in der Piratenpartei mit der maskulistischen Männer-AG erlebt. Einen neuen Umgang mit der Strategie „hate speech“ versucht eine Gruppe, die das Projekt „hatr.org“ gestartet hat.

Autor_innen

Andreas Kemper

Andreas Kemper, Soziologe (MA), engagiert sich schwerpunktmäßig in Theorie und Praxis gegen Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft. Er gründete das erste autonome Referat für studierende Arbeiterkinder und das Magazin „Dishwasher. Magazin für studierende Arbeiterkinder“. Seit 2005 ist er bei Wikipedia im Themenbereich Diskriminierung aktiv. Er schreibt an einer Doktorarbeit zum Thema "Klassismus" (2013).

Publikationen:
The Dishwasher. Magazin für studierende Arbeiterkinder (Hrsg.)
Klassismus. Eine Einführung, Unrast, Münster 2009 (zusammen mit Heike Weinbach)
[r]echte Kerle. Zur Kumpanei der MännerRECHTSbewegung, Unrast, Münster 2011
Sarrazins deutschsprachige Quellen, erschienen in: Haller/ Niggeschmidt: ›Der Mythos vom Niedergang der Intelligenz: Von Galton zu Sarrazin: Die Denkmuster und Denkfehler der Eugenik‹, Wiesbaden 2012

Kontakt: andreaskemper.wordpress.com


Kathrin Ganz

Kathrin Ganz beschäftigt sich mit Intersektionalität, Hegemonie und Digitalisierung.

Webseite:
www.iheartdigitallife.de


Isolde Aigner

Isolde Aigner ist staatlich anerkannte Diplom-Sozialpädagogin, hat als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem XENOS-Projekt des Forschungsschwerpunkts Rechtsextremismus/Neonazismus (FORENA) der Fachhochschule Düsseldorf zahlreiche Workshops und Präventionsprojekte zu u.a. Diskriminierung, Rassismus, Rechtsextremismus und Sexismus konzipiert und durchgeführt. Sie ist Redakteurin der feministischen Zeitschrift Wir Frauen und forscht seit 2007 zu Antifeminismus und Sexismus.


Leah Bretz


Studentin und feministische Aktivistin in Berlin. Von 2006 bis 2009 studierte sie in Magdeburg Europäische Geschichte und Sozialwissenschaften und besuchte im Anschluss den Masterstudiengang Geschichtswissenschaften an der FU Berlin. Seit 2010 studiert sie im Master Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Neben ihrer politischen Arbeit in der Bibliothek des Antisexistischen Infoladens in Neukölln, war Leah 2011 Mitorganisatorin des Berliner Slutwalks und ist an der Organisation feministischer Veranstaltungen und Konzerte beteiligt. Gemeinsam mit Nadine Lantzsch, Kathrin Ganz und anderen betreibt sie die Seite Hatr.org.


Robert Claus


M.A. der Europäischen Ethnologie und Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Gender, Rassismus, Männlichkeiten, Subkulturen, Fußball und Migration. Des Weiteren ist er in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Türkiyemspor Berlin tätig.

Ausgewählte Veröffentlichungen:
Claus, Robert (2010): Transkulturalität ist bei uns alltäglich. Roger Dan Nussbaum im Gespräch mit Robert Claus. In: Blecking, Diethelm; Dembowski, Gerd (Hg.): Der Ball ist bunt. Fußball, Migration und die Vielfalt der Identitäten in Deutschland. Frankfurt a.M., S.176-180.
Claus, Robert; Lehnert, Esther; Müller, Yves (Hg.) (2010): »Was ein rechter Mann ist …« Männlichkeiten im Rechtsextremismus. Berlin.


Gudrun Debus


Gudrun Debus gehört als 1964 geborene nicht mehr ganz zur zweiten Frauenbewegung, die in den 1970er Jahren ihren Höhepunkt erreicht hatte. Dennoch profitierte sie von deren Errungenschaften und setzte sich seit ihrer frühen Jugend gegen Diskriminierung ein. Als Arbeitertochter engagierte sie sich bei der ›Sozialistischen Jugend Deutschland – Die Falken‹, in der Friedensbewegung und bei der DFG-VK.


Ines Fritz


Ines Fritz, geboren 1970 in Magdeburg, Mutter und Anarchafeminstin, schreibt gern und viel, u.a. für Das Blättchen, den Eulenspiegel-Verlag, das Magdeburger Stadtmagazin Die Störenfried@ und betreibt einen Internetblog: isis-welt.blog.de


Thomas Gesterkamp


Thomas Gesterkamp hat Soziologie und Pädagogik studiert und in Politikwissenschaft über Männliche Arbeits- und Lebensstile in der Informationsgesellschaft promoviert. Er ist Journalist und Autor von Büchern zu familien- und geschlechterpolitischen Themen, unter anderem Die neuen Väter zwischen Kind und Karriere (Budrich), Die Krise der Kerle (Lit) und Gutesleben.de (Klett-Cotta). Ein Zwischenergebnis seiner Recherche zu den Männerrechtlern erschien 2010 in der Reihe WISO Diskurs der Friedrich-Ebert-Stiftung: Geschlechterkampf von rechts – Wie Männerrechtler und Familienfundamentalisten sich gegen das Feindbild Feminismus radikalisieren. Die Broschüre kann in gedruckter Form bestellt oder im Internet heruntergeladen werden.
www.thomasgesterkamp.de


Nadine Lantzsch


Freie Autorin und Aktivistin in Berlin. Sie schreibt für das feministische Gemeinschaftsblog maedchenmannschaft.net und publiziert in verschiedenen Online- und Printmagazinen zu Queer-/Feminismus und Critical Whiteness. Zu den gleichen Schwerpunkten hält sie Vorträge oder gibt Workshops. Nadine bloggt privat unter medienelite.de


Hinrich Rosenbrock


Jahrgang 1985, studierte von 2005 bis 2008 Soziologie und Geschichte (B.A.) und von 2008 bis 2011 Gender Studies, Sozialpsychologie und Sozialanthropologie (M.A.) an der Ruhr-Universität Bochum. Von 2009 bis 2011 arbeitete er am Lehrstuhl von Prof. Dr. Ilse Lenz, Soziologie: soziale Ungleichheit und Geschlecht. Seine Studien- und Forschungsschwerpunkte sind soziale Bewegungen, Intersektionalitätsansätze, Migrationssoziologie und Sozialstrukturforschung. Neben seinem Studium arbeitete er drei Jahre als Freier Mitarbeiter bei der Westfälischen Rundschau. Im Januar 2012 gab er für die Heinrich-Böll-Stiftung die Expertise Die antifeministische Männerrechtsbewegung. Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung heraus.


Jörg Rupp


Jahrgang 1966, zum 2. Mal verheiratet, 5 Söhne, davon 3 aus erster Ehe. Seit 1998 im Internet u.a. in Selbsthilfeforen zu Scheidungsfragen und Männerrechtsfragen unterwegs. Seit 1988 Mitglied der Grünen, seit 2009 im Landesvorstand der Grünen Baden-Württemberg arbeitet seit mehreren Jahren als quereingestiegener Sozialpädagoge in der Vermittlung von Arbeit Suchenden mit Vermittlungshemmnissen.


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