›Urbane Räume‹ und ›Europa als hegemoniales Raumprojekt‹
Helmut Kellershohn, Jobst Paul (Hg.)

Der Kampf um Räume

Neoliberale und extrem rechte Konzepte von Hegemonie und Expansion

ISBN 978-3-89771-763-3
Erscheinungsdatum: Dezember 2013
Seiten: 224
Reihe: Edition DISS Band: 34
Ausstattung: broschiert
19,80 €

Beschreibung

Der Band widmet sich aktuellen Aneignungsweisen und Transformationen gesellschaftlicher und politischer Räume und untersucht darauf bezogene Diskurse. Im Mittelpunkt stehen zum einen urbane Räume, die, verursacht durch eine neoliberale Stadtentwicklungspolitik, unter einem gewaltigen Veränderungsdruck stehen, der die städtische Bevölkerung soziokulturell und sozialräumlich immer weiter auseinander zu rücken droht. Die sozialen Umbrüche, die von der ›neoliberalen‹ oder ›unternehmerischen‹ Stadt systematisch produziert werden, können wiederum – in den strukturgeschwächten Stadtteilen des Ruhrgebiets z.B. – Anknüpfungspunkt für eine ›Raumergreifungsstrategie‹ von rechts sein.

Der zweite Schwerpunkt, ›Europa als hegemoniales Raumkonzept‹ beschäftigt sich mit einer globalen geopolitischen Perspektive, die sich aus der derzeitigen Krise des Euroraums ergibt. Der Satz »Europa spricht Deutsch« evoziert die Frage nach historischen Diskursen deutscher Hegemonial- und Expansionspolitik in Europa und ihrer Reaktualisierung, zum einen in modifizierter Form im Rahmen einer neoliberalen Austeritätspolitik, zum anderen in Form einer Wiederanknüpfung in extrem rechten Diskursen.

 

Autor_innen

Helmut Kellershohn

Helmut Kellershohn studierte Geschichte und Katholische Religion in Bonn und unterrichtete bis zur Pensionierung an einem Gymnasium in Moers. Er ist Gründungs- und Beiratsmitglied des DISS und Mitarbeiter im AK Rechts. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Neuen Rechten, insbesondere zur Jungen Freiheit und zum Institut für Staatspolitik, zum Neokonservativismus und völkischen Nationalismus.


Jobst Paul

Jobst Paul ist promovierter Sprach- und Literaturwissenschaftler und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS). Seine Arbeitsschwerpunkte sind die ideologischen Grundlagen westlicher Ausgrenzungskonstrukte. Er veröffentlichte Bücher und zahlreiche Aufsätze zur Ethik, u.a. zum Menschenbild in den Biowissenschaften. 2005/06 leitete er das Forschungsprojekt ›Staat, Nation, Gesellschaft‹, das sich mit den gesellschaftspolitischen Interventionen der deutsch-jüdischen Publizistik im 19. Jahrhundert beschäftigte. Derzeit koordiniert er das Editionsprojekt ›Deutsch-jüdische Autoren des 19. Jahrhunderts. Schriften zu Staat, Nation, Gesellschaft‹.


Leroy Böthel

B.A., studiert Soziologie und Politikwissenschaft im Master-Studiengang an der Uni Bielefeld. Mitglied im Arbeitskreis Rechts am Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS).


Lucas Pohl

Ist Master-Studierender der Goethe Universität Frankfurt am Main. Dort studiert er Humangeographie mit dem Schwerpunkt „Geographische Stadtforschung“ und Politikwissenschaften. Er ist Mitherausgeber und Mitautor des Sammelbandes ›AK Kritische Geographie Frankfurt: Wem gehört Frankfurt? Dokumentation des aktionistischen Kongresses vom März 2012, organisiert aus dem „Wem gehört die Stadt?“-Netzwerk Frankfurt am Main‹ (Frankfurt/M.: Forum Humangeographie 2012).


Fabian Virchow

Fabian Virchow, Prof. Dr., leitet an der Hochschule Düsseldorf den Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus. Er forscht zu Geschichte, Ideologie und Praxen der (extremen) Rechten sowie zu gesellschaftlichen und politischen Bedingungen ihres Miss/Erfolgs. Aktuelle Forschungsprojekte zu rassistischen/anti-migrantischen Protesten in Deutschland und Israel (GIF), zu Radikalisierungsprozessen (H2020) sowie zu Praxen der Erinnerung an rechte Gewalt (Doing Memory) (VW-Stiftung).


Thomas Bürk

 

Dr. phil., ist Sozialgeograph, Historiker und empirischer Kulturwissenschaftler. In seiner Dissertation ›Gefahrenzone, Angstraum, Feindesland? Stadtkulturelle Erkundungen zu Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus in ostdeutschen Kleinstädten‹ (Münster: Westfälisches Dampfboot 2012) hat er sich umfassend mit der besonderen Situation ostdeutscher Kleinstädte und den daraus resultierenden Bedingungen für die Entwicklung des Rechtsextremismus beschäftigt. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen Stadtforschung (auch kleinerer Städte), Raumtheorie, Cultural Studies und kritische Geographie.


Alexandra Graevskaia

B.A., macht zurzeit ihren Master in Soziologie an der Universität Duisburg-Essen. Bereits im Bachelor hat sie sich auf Migrationsforschung spezialisiert und behandelte den Migrationsdiskurs in Verbindung mit der Kritischen Diskursanalyse in ihrer Bachelorarbeit. Nach ihrem Praktikum am Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung (DISS), in dessen Rahmen diese Arbeit entstand, arbeitet sie dort weiter in der Arbeitsgruppe „Antiziganismus“ mit.


Jan Helmig

Dr., Studium der Politikwissenschaften, Geographie und Soziologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (M.A. und Dipl. Geogr.); 2003-2004 Mitarbeiter am Institut für Politikwissenschaften der Universität Bielefeld; 2004 DFG-Promotionsstipendiat im Graduiertenkolleg „Weltgesellschaft und globale Strukturmuster“; 2007 Promotion an der Universität Bielefeld; anschließend Koordinator des Graduiertenkollegs und Lehrbeauftragter an der Universität Bielefeld. Forschungs- und Publikationsschwerpunkte: Geopolitik, Internationale Sicherheitspolitik, Revolution in Military Affairs.


Steffen Lehndorff

 

Dr., ist Research Fellow in der Forschungsabteilung Arbeitszeit und Arbeitsorganisation am Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Arbeitszeiten, industrielle Beziehungen und nationale Beschäftigungssysteme im europäischen Vergleich (http://www.iaq.uni-due.de/personal/maseite.php?mid=005).


Yves Müller

Yves Müller studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Gender Studies. Er ist Mitarbeiter im Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick (ZfD) in Berlin und freiberuflich als Historiker tätig. Im VSA-Verlag veröffentlichte er 2012 zusammen mit Benjamin Winkler die Studie >Gegen Nazis sowieso. Lokale Strategien gegen rechts<.


Anne Vogelpohl

Dr., ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geographie der Universität Hamburg. Sie promovierte im Transatlantischen Graduiertenkolleg Berlin/New York über die Flexibilisierung des Arbeits- und Alltagslebens und den Zusammenhang mit aktuellen Bedingungen der Stadtentwicklung. Die Arbeit basiert auf den Theorien Henri Lefèbvres und ist 2012 unter dem Titel »Urbanes Alltagsleben – Zum Paradox von Differenzierung und Homogenisierung in Stadtquartieren« erschienen. Derzeit untersucht sie die Bedeutung von Beratungsunternehmen in der strategischen Stadtentwicklung und problematisiert dabei das Spannungsfeld von Expertentum und Partizipation in stadtpolitischen Entscheidungsprozessen.


Thomas Wagner

Dr., ist Soziologe und Journalist. Aktuelle Buchveröffentlichungen: (Hg.) Im Rücken die steinerne Last. Unternehmen Sisyfos. Die Romantetralogie von Erasmus Schöfer (2012); Demokratie als Mogelpackung (2011); Die Einmischer. Wie sich Schriftsteller heute engagieren (2011); (zus. mit M. Zander) Sarrazin, die SPD und die Neue Rechte (2011); (Hg., zus. mit J. Rehmann) Angriff der Leistungsträger? Das Buch zur Sloterdijk-Debatte (2010).


Benjamin Winkler

Studierte Soziologie an der Universität Leipzig. Er ist Mitarbeiter des Netzwerks für Demokratie und Courage (NDC) und beschäftigt sich mit Demokratieentwicklung und Neonazismus im ländlichen Raum sowie Einflussfaktoren von menschenverachtenden Einstellungen bei Jugendlichen. 2008/09 leitete er eine Sozialraumanalyse in der Kleinstadt Colditz in Sachsen. Veröffentlichte zusammen mit Yves Müller die Studie ›Gegen Nazis sowieso. Lokale Strategien gegen rechts‹ (VSA-Verlag).


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