Peter Nowak, Martin Beckmann, Gülten Sesen (Hg.)

Bei lebendigem Leib

Von Stammheim zu den F-Typ-Zellen. Gefängnissystem und Gefangenenwiderstand in der Türkei.

ISBN 978-3-89771-008-5
Erscheinungsdatum: Mai 2001
Seiten: 176
Ausstattung: softcover
13,00 €

Beschreibung

Das vorliegende Buch bietet auf der einen Seite einen einmaligen Überblick über den türkischen Straf- und Repressionsapparat: die diversen Militär- und Spezialgefängnisse, die Anti-Terror-Paragraphen, die Bedeutung und Anwendung der aus der BRD importierten Isolationshaft, die Anwendung von Folter und Zwangsernährung bis hin zu den Massakern an Gefangenen.
Andererseits beschäftigt es sich grundlegend als auch aus und zu aktuellem Anlaß mit dem Widerstand der Gefangenen in der Türkei. Dargestellt wird die Selbstorganisation der Gefangenen und ihre Widerstandsformen – von Selbsteinschluß und Arbeitsverweigerung bis hin zum unbefristeten Hungerstreik. Besonderes Augenmerk richten die AutorInnen auf das momentan stattfindende sogenannte Todesfasten.
Abschließend werden die Solidaritätsstrukturen im In- und Ausland vorgestellt.
Ein ausführlicher Dokumentationsteil mit Hungerstreikerklärungen, Gesetzestexten, Erfahrungsberichten und Interviews verleiht dem Buch einen hohen Grad an Authentizität.

Autor_innen

Peter Nowak

Peter Nowak arbeitet als freier Journalist für verschiedene Tageszeitungen und das Internetmagazin Telepolis.

Kontakt und Artikel des Autors:
kverlagundmultimedia.de/Archiv/Nowak/nowak.html


Martin Beckmann

Jahrgang 1973, Studium der Politikwissenschaften in München, arbeitet seit Jahren in verschiedenen autonomen und internationalistischen Gruppen zu den Schwerpunkten revolutionäre Linke in der Türkei/Nordkurdistan und Nahost.


Gülten Sesen
Ilse Schwipper

Jahrgang 1937, 1969 Eintritt in die SPD, Anfang 1970 Ausschluß aus der SPD wegen ›parteischädigendem Verhaltens‹; Juni 1971 erstmalige Verhaftung wegen militanten Aktionen gegen den Vietnam-Krieg, bis Ende 1973 Isolationshaft in Vechta; nach Haftentlassung erneute Inhaftierung im August 1974 wegen der Liquidierung des Berliner VS-Mitarbeiters Ullrich Schmücker durch das Kommando ›Schwarzer Juni‹ aus der ›Bewegung 2. Juni‹; der 17jährige ›Schmücker-Prozeß‹ endete im Januar 1991 mit einer Verfahrenseinstellung, die im November 1991 rechtskräftig wurde, vorzeitige Haftentlassung im Mai 1982 wegen Haftunfähigkeit, insgesamt hat sie 7 ¾ Jahre wegen dieser Anklage in Untersuchungshaft gesessen; heute lebt Ilse Schwipper in Berlin und arbeitet hauptsächlich in anarcha-feministischen Zusammenhängen


Murat Demir

Murat Demir war bis 1996 Rechtsanwalt in der Türkei und ist heute Mitglied im RuV. RuV e.V. ist ein Zusammenschluß von (zumeist) AkademikerInnen, die sich für die Wahrung der Menschenwürde und -rechte im politischen und alltäglichen Leben einsetzen.
„Wir sprechen uns dagegen aus, daß die Begriffe Recht, Demokratie und Menschenrechte demagogisch verfälscht gebraucht werden. Wir ergreifen Partei für die unterdrückte Klasse, die unterdrückten Völker und sehen uns als einen Teil in ihrem Kampf.
Insbesondere möchten wir die Probleme und den Widerstand der kurdischen und türkischen Völker in die europäische Öffentlichkeit tragen. Unser weiteres Anliegen ist es, den MigrantInnen in Deutschland bei Ihrer Rechtssuche und Rechtserlangung durch Aufklärung und Unterstützung zur Seite zu stehen.“

Kontakt und weitere Informationen:

RuV e.V. , Rechte der unterdrückten Völker e.V.,
Venloer Str. 216, 50823 Köln, Fax: 0221/5080704, e-mail: ruv_ev @ yahoo. de


TAYAD-Solidaritätskomitee

"Weil es auch in Europa politische Gefangene gibt, haben wir uns als Ziel gesetzt, eine nach dem Vorbild von TAYAD strukturierte Angehörigenorganisation aufzubauen. Wir wollen mit diesem Schritt der von Repression bedrohten Angehörigenorganisation in der Türkei ideelle und materielle Unterstützung zukommen lassen. "

Kontakt und weiter Informationen:
TAYAD-Solidaritätskomitee
Wittekindstr. 21
33615 Bielefeld

Tel.: 0521- 521 62 94
Fax.: 0521- 521 63 95

e-mail: tayadkomite @ web. de


gruppe mücadele

„Die gruppe mücadele existiert seit dem Februar 1999 und versteht sich als eine antiimperialistische Solidaritäts- und internationalistische Antirepressionsgruppe. Arbeitsschwerpunkte sind die Repressionsmaßnahmen der BRD-Justiz gegen vermeintliche DHKC-AnhängerInnen im Exil, die Solidarisierung mit den revolutionären Gefangenen in der Türkei/Nordkurdistan und weltweit, die Thematisierung der dissidenten Kreise innerhalb und außerhalb der PKK sowie des Ausbaus von Repressionsmethoden als staatliches Zerschlagungsinstrument gegen die revolutionäre Linke. Künftig wird ein Hauptaugenmerk der politischen Arbeit auf dem Aufbau der Roten Hilfe International (RHI) und der Unterstützung der revolutionären Gefangenen der ›Plattform 19. Juni‹ liegen.„

Kontakt und weiter Informationen:

gruppe.muecadele @ gmx.de


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