Bei unrast:
Die INTERNATIONALE KULTURSTIFTUNG SIVAN PERWER – Selbstdarstellung -- Dokumentation -
Die INTERNATIONALE KULTURSTIFTUNG SIVAN PERWER – Selbstdarstellung -
- Dokumentation – INTERNATIONALE KULTURSTIFTUNG SIVAN PERWER SIVAN PERWER INTERNATIONAL CULTURAL FOUNDATION Bockenheimer Landstrasse 47 60329 Frankfurt am Main PROGRAMM & KONZEPT "DIE KURDISCHE STIMME FÜR DIE WELTKULTUR" VORWORT Unser Planet ist unerbittlichem Schmerz und Leid ausgesetzt. Globaler Krieg und Terror, Flucht und Genozid, Folter und Vergewaltigung sind die Merkmale dieser Zeit. Intoleranz und Diskriminierung, Feindschaft und Chauvinismus und religiöser Wahn begleiten sie. Kaum ein Ort auf dieser Welt, wo Menschen unterschiedlicher Prägung in Freiheit leben, ihre Sprachen und Kulturen ausüben können - und dabei gleichberechtigt sind. Benötigt werden menschgemäße Kulturen, die Eigenes und Anderes anerkennen. Die Konflikte dieser Erde finden nicht zwischen den Kulturen statt, sondern verdanken sich jenen, die Kulturen feindlich definieren. MIT KULTUR GEGEN KRIEGE UND DISKRIMINIERUNG Kulturdialog ist ein Mittel der Konfliktprävention. Kulturelle Dimension ist in allen Konflikten und in jeder Konfliktvermittlung stets präsent. Die Regel, das Anderssein zu respektieren und nach Übereinkünften zu suchen, ist ein kultureller Wert - den immer noch nicht alle teilen. Die Sprache aller Menschen ist vor allem die Sprache von Kunst und Kultur. Ob die Sprache der Kultur, - auf Frieden und Verständigung gerichtet, - für alle Beteiligten verstehbar ist, hängt ab vom Ruf derjenigen, die ihre Botschafter, Träger und Vermittler sind. Kultur ist eine Passage für die Menschen. Kultur ist ein Mittel zur Verhinderung von Kriegen, ethnischem Konflikt und Haß. Kultur ist ein Fundament der Menschlichkeit. Die Zerstörung kultureller Identität Eigener und fremder Reisende stoßen auf Tonnen von Souvenirs. Ethno-Kitsch und Airport Art: Gondeln aus Venedig, Buddhas aus Thailand, Kuckucksuhren aus Deutschland. Ehemals bedeutungsvollen Gegenständen fehlt jeder Bezug auf ihre kulturgeschichtliche Herkunft. Der Ethno-Kitsch verdankt seine Herkunft dem Markt und ist Teil der Tourismus-Industrie geworden. Der Reisende, der sie erwirbt, erkennt in ihnen nicht mehr den Anderen, sondern nur noch sich selbst als Käufer, - statt im Unbekannten zu erleben, was warum anders ist. In der Kulturzerstörung tritt einzig die Haltung des modernen Eroberers zutage, der nicht nur das Geld, sondern auch die Kunst des Unterworfenen sein eigen nennen möchte. Die damit verbundene Eliminierung kultureller Eigenschaften ist grenzenlos. Der Ethno-Kitsch ist die Produktform eines weltumspannenden Bewußtseins, das die Kulturen nur als billige Lieferanten von Artikeln begreift, die den eigenen trivialen Erkenntnistand von der Welt bestätigen sollen. Das Ergebnis ist eine Kultur ohne Eigenschaften. "Kurdisch - was ist das ?" Ethnizität ist die soziale Tatsache, "daß Gruppen von Menschen, die Gemeinschaft und Kultur besitzen, geschichtliche und aktuelle Erfahrungen miteinander teilen, die eine gemeinsame Herkunft haben und auf dieser Basis ein bestimmtes Solidarbewußtsein ausbilden. Starke Motive, die Interessen und Gefühle miteinander verbinden. Als gemeinsame Identifikation über sinnlich erfahrbare Dinge, wie Sprache, Musik, Malerei, Dichtung, Märchen und Lebensarten. Die existentielle Selbstwahrnehmung der Kurden in der Geschichte ergab, daß man von Feinden umgeben war. Als Resultat eine einzige Kette von erzwungener Selbstverleugnung, Umsiedlung, Vertreibung, von Sprachverbot und Kulturunterdrückung. Bis zu 40 Millionen Menschen waren ununterbrochener Turkifizierung, Arabisierung und Neutralisierung unterworfen. Zwar existierte Kurdistan - aber jedes Wort darüber war bei Strafe verboten. Das "Kurdentum" hatte immer nur den Brand der großen "Bibliothek von Alexandria" vor Augen: das drohende Fanal ultimativer Auslöschung. Das Kurdentum ist keine Kultur der Sieger. "Kurdistan, im Herzen des Mittleren Ostens, ist ein bunter Blumengarten, voller Nationen und Kulturen". Programm Internationale Kulturstiftung Sivan Perwer Die Erfahrung unaufhörlicher Unterdrückung war es, welche die Kurdinnen und Kurden ihre reiche Kultur nicht nur bewahren hieß, sondern sie zugleich lehrte, die Fähigkeit zu Toleranz, Austausch und Begegnung als hohen Wert zu kultivieren. In diesem Geist präsentiert sich die Internationale Kulturstiftung Sivan Perwer. Als kurdische Stimme für die Weltkultur. Die internationale Entwicklung und die kurdische Emanzipationsbemühung eröffnet seit den 20er Jahren heute erstmals wieder die realen Perspektiven von autonomer Selbstverwaltung (Irak), von sozialen, kulturellen und rechtlichen Reformen (Türkei), von staatsbürgerlicher Anerkennung und eigenen Rechten (Syrien), verbunden mit Bestrebungen lokaler Anerkennung der eigenständigen Existenz und Kultur im Iran und anderen Ländern der Region. Die Perspektive der wachsenden internationalen Anerkennung einer kurdischen Realität in der Geschichte der Menschheit bedarf eigener überlegter und intelligenter Anstrengungen der Kurden selber. Die Ausgestaltung und Formulierung dieser historischen Chance bedeutet Ziel, Aufgabe und Verpflichtung der Internationalen Kulturstiftung Sivan Perwer. FOKUS Die Vision Sivan Perwers möchte alle Elemente und Eigenschaften der gesamten lebendigen Gestalt kurdischer Kultur der Welt präsentieren. Deren Tradition und Vergangenheit, deren moderner Präsenz und Zukunft. Als Begegnung und Austausch. Zur Bewahrung und Erneuerung. Zur Bereicherung und Freude für alle Menschen gleichberechtigter Kulturen. Auf dem Weg zu einer friedlichen, solidarischen Menschheitszukunft, deren oberstes Motto die globale Toleranz reklamiert. Praktisches Ziel ist die Förderung von Musik und Kunst, von Sprache und Literatur, von Bildung und Erziehung und sozialer Entwicklung, von Kulturaustausch und internationalem Dialog. Unterstützt wird die Arbeit der unabhängigen Stiftung von einem Kreis international renommierter Kuratorinnen und Kuratoren: STING (Sänger), Peter Gabriel (Sänger), Gianna Nanini (Sängerin), Gerhard Richter (Künstler), Geoberto Gil (Musiker, brasilianischer Kulturminister), Mme. Danielle Mitterand (France Libertés), Jürgen Roth (Schriftsteller), Cees Notebohm (Schriftsteller), Art Spiegelmann (Cartoonist), Wole Soyinka (Schriftsteller), Bishop Desmond Tutu, uva. Neben ihrem Sitz in Frankfurt unterhält und fördert die Stiftung die Bildung von lokalen Einrichtungen und Vertretungen in allen Teilen Kurdistans, Europas und der mondialen Sphäre. Die Stiftung kooperiert mit kurdischen Kultureinrichtungen, sie sucht Partnerschaft und Verbindung zu internationalen Künstlervereinigungen, ist assoziiert mit UNESCO und betreibt ihre Akkreditierung bei den Vereinten Nationen (ECOSOC). OBJEKTE & PROJEKTE Förderung von Kursen und Ausbildungsstätten für Kurdische Musiker (Jugendmusikschulen) - Stipendien für kurdische Musiker. Konservierung und Interpretation klassischer kurdischer Instrumente Literaturpreise, Lesungen und Autorentreffen. Prämierung von literarischen Wettbewerben. Separate Kurse und Bildungseinrichtungen von Frauen für Frauen. Internationale Symposien für Linguistik und kurdische Sprachwissenschaft (Modernisierung von Grammatik und Vokabular). Internationale Konzerte von kurdischer und World Music Kunstausstellungen Architektur: Planung von Gemeinden und Städtebild in Kurdistan Projekt: DIE GROSSE KURDISCHE BIBLIOTHEK Unser "Gedächtnisprojekt" einer kurdischen Bibliothek sammelt und archiviert geraubte Kunstgüter und Bücher, musikalische Werke und Lieder, alte kurdische Handschriften, alte Reisebeschreibungen und betreibt deren Sicherung und Erwerb aus internationalen Beständen und Antiquariaten. Aufzeichnung der kurdischen "oral history". Schutz, Erwerb und Klassifizierung traditioneller Artefakte: Trachten, Handarbeit, kunstgewerbliche Materialien, von Stoffen und herkömmlichen Objekten kurdischen Lebens. Förderung, Sichtung und Präsentation künstlerischer kurdischer Projektionen der Moderne: Grafik, Bild, Fotografie, Malerei, experimentelle Musik. Graduierung ausgewählter Produktionen mit dem "Sivan Perwer Award" - "Kurdische Stimme für die Weltkultur". Bild- und Fotovernissagen: Das Bild der modernen Entwicklung Kurdistans in der Fotografie. (Fotowettbewerb). Förderung des Dialogs zwischen den Kulturen durch thematische Veranstaltungen und internationale Symposien. Kulturaustausch und Partnerschaften. FÖRDERUNG - ENGAGEMENT – PARTIZIPATION Die gemeinnützig anerkannte Sivan Perwer Stiftung lädt ausdrücklich ein zur aktiven Mitarbeit & Beteiligung bei der Verwirklichung ihrer Ziele und Projekte. Die Stiftung offeriert Fördermitgliedschaften und begrüßt die materielle und ideelle Unterstützung ihrer Arbeit. Wir bitten um: ALLGEMEINE SPENDEN: Zur Förderung der Stiftungsarbeit PROJEKTSPENDEN: Zielgerichtet zur Förderung einzelner Projekte und Maßnahmen DAUERAUFTRÄGE: Einzugsermächtigungen und Dauerüberweisungsaufträge zur Langzeitförderung Die Spenderinnen & Spender erhalten eine steuerlich voll abzugsfähige Spendenquittung. Für weitere mögliche Förderungen und die aktive Beteiligung an unserer Arbeit stehen die Mitarbeiter der Stiftung jederzeit persönlich zur Verfügung. SPENDENKONTO: Sivan Perwer Stiftung, Commerzbank Frankfurt, Konto: 644004400 (BLZ 500 400 00). Impressum Internationale Kulturstiftung Sivan Perwer Sivan Perwer International Cultural Foundation Gemeinnützig anerkannte, rechtsfähige Stiftung beim Regierungspräsidenten Hessen 60329 Frankfurt am Main Bockenheimer Landstraße 47 Phone: 0049 69 71677732 Mobil: 0049 177 7321200 Email SivanPerwerStifung@gmx.net Portrait Sivan Perwer Kurdischer Troubador Jugend und frühes Leid Kurdistan, das meint: Feinde ringsum! Wie lehrt man da seine Kinder? Der Vater sagt: "Gehst Du in ein Haus, mußt Du Moral und Geist hochhalten. Behandle alles Fremde wie eigenes. Lerne von jedem. Höre auch alle, - und erkenne niemanden als minderwertig. Lerne." Worte, die das Exil begleiten. Siebenundzwanzig Jahre verbannt. Seit 1976. Die Familie getrennt. Die eigene Mutter früh gestorben. Acht Geschwister bringt die neue Frau des Vaters zur Welt. Früh die Musik. Der Vater hat eine gute Stimme. Er spielt auch die Flöte. Er besteht auf Publikum. "Nur da ist gute Musik, wo Menschen sind." Der Vater führt den Jungen in das offene Haus des Dorfes (Odagunda). Den Sohn auf den Knien. Bis spät in die Nacht werden im Wechsel von allen Anwesenden Geschichten erzählt. Mythen und Musik. Der Knabe saß traumverloren dabei, hörte, und bewegte die Lippen zu Worten und Musik. Imaginierte Figuren und historische Gestalten, - und die Gesänge, die alles begleiteten, ergaben sein erstes Repertoire. Die Traumwelt des Jungen Sivan Perwer fand die Gabe des Gesangs. Der vierjährige Knabe erfand eigene Lieder. Ganz allein und versteckt dichtete und sang er auf seinen langen Gängen über die Felder. Jenseits des Gesangs die Feindschaft. Erste unvergeßliche Entdeckungen, und Fragen: "Warum ist die Schule türkisch?" Der Onkel antwortet: "Das ist, weil wir haben keine Regierung - die Regierung ist türkisch, daher ist auch die Schule türkisch." Die türkische Schule erteilt ihr Erstes Gebot: "Sag mir, verrate, wenn ein Kind kurdisch spricht!" Die Schule schlägt die Kinder: "Du hast kurdisch gesprochen!" Da wußte ich, jedes Kind ist wie ich. Und nun dachte ich kurdisch. - Die Schule singt. Die Schule zwingt zu singen: die Türkische Nationalhymne. "Warum hast Du nicht mitgesungen?" NEIN! Die Schule sagte: "Ich werde Dich schlagen, bis Du singen kannst! Das Kind singt nicht unter Drohung. Der Vater wird gefoltert. Einen ganzen Monat lang. Karakol: Geschlagen, bis man zitternd am Boden liegt. Schläge/Schläge/Schläge. Man wollte uns den bloßen Gedanken austreiben, daß wir sind. Immerfort. Du sollst ruhig singen, sagten unsere Herren, und Musik machen, aber unehrlich. Singe ein falsches Lied. Turkifiziert darfst Du singen, nur um zu zeigen, daß Dir Deine Unterdrückung auch noch Spaß macht. Sagten türkische Herren. Sprachen unsere Aghas. Drangsalierten uns, die hungrigen Dengbej, ließen aufspielen und für sich singen, uns, die wir keine Macht hatten und keinen Markt. So erfuhren sich alle als Sänger ohne Person. Der weite Weg Das Studium in Ankara. Keine Muse, sondern Mathematik. Die ersten Begegnungen mit kurdischen nationalen Bewegungen der Demokratischen Partei Kurdistan. Was nun werden? Was tun? Karriere? Politik? Musik? - Musik kannte der Student Sivan Perwer. Was aber ist Politik? Was sollte kurdische Bewegung sein? Politik versteht er anders als andere. - Ist Politik nicht einzig und allein die Wiederherstellung der verlorengegangen Schönheit? Muß man nicht den Menschen zuallererst beibringen, das Zerbrochene wieder zusammenzufügen? Den schrecklichen Schmerz zu heilen? "Ich bin ein Dengbej!" "Meine Ideen sind niemals alt, nie altmodisch, solange, wie sie nicht unehrlich sind." Der Student Sivan Perwer entschließt sich zur Wahrheit, die Opfer verlangt. Er arbeitet politisch, unterstützt den kurdischen Widerstand, bewegt sich illegal, wird schließlich verhaftet - und entlassen, weil man ihn mit einem anderen verwechselt. - "Raus DU, verschwinde! - Ich singe weiter. Ich suche mein Kurdistan. Ich finde es nicht. Aber ich suche Dich, bis ich Dich finde. Alle diese Geschichten, alle diese vielen Fragen: Die Mutter. Die Frauen. Die unmäßigen zehrenden Geburten. Die ganze Unehrlichkeit der Männer, eine Kette von systemischen Abfolgen: Soldaten schlugen unsere Männer, die Männer ihre Frauen. Wer kein eigenes Ich haben kann, schlägt auch Frauen. Dagegen stehen meine Lieder von Anfang an. - Wir Kurden müssen sein die entschiedensten Feinde aller Gewalt und aller Waffen. Wir haben sie zu spüren bekommen. Wir wissen, was gemeint ist, wenn von Terror und Unterdrückung die Rede geht. Propagieren wir die Welt als gutes Geschenk - und unser Gegengeschenk ist die menschliche Gemeinschaft. Unsere Feinde ringsum kennen einzig Gewalt und Macht. Laßt uns klüger sein. Was anders sollte Kurdistan werden und sein als kluge Diplomatie, Wissenschaft, Können, Ausbildung, Kunst und Kultur? Eigenes, geteilt mit allen. Unsere Kulturstiftung ist Beitrag dazu. Weshalb aber Gesang? Weil wir eine Stimme sein müssen. Weil ein neues Fenster in der Geschichte geöffnet werden muß. Für Kurdistan und die Welt. Kurden sind keine Separatisten. Wir erfahren uns geteilt. Wir wurden separiert und excludiert. Vierzig Millionen Kurdinnen & Kurden immer noch ungehört. Wir existieren unter sehr unterschiedlichen Umständen und Bedingungen. Was könnten wir also wollen? - Einheit? Vielfalt? Wo und wie immer wir leben, eines muß stets unser Motto sein: Geben Sie Freiheit! Jenseits von Okkupation. Fern von Unterdrückung. Kurdische Existenz bewahren und fördern heißt, Übergänge finden, Pfade ausmachen, Wege beschreiben. Die Region, in der wir leben, läßt keine andere Wahl. Dogmatismus, Enge und Einseitigkeit schaden uns und allen. Die Kurdinnen und Kurden müssen selber die eigene Gestalt erst finden und beschreiben. Unsere Möglichkeiten dazu sind besser als je: Heute treten die Kurden langsam aber sicher heraus aus ihrer großen Gefangenschaft - und die Welt nimmt sie zur Kenntnis. Wir äußern Erwartungen an diese Zeit: Kulturelle Anerkennung, unsere Sprache, Gleichberechtigung, rechtliche Garantien, soziale Programme, Entwicklung. Die Veränderung beginnt bei uns. Bei uns zuerst. Wir müssen überzeugen, die auf uns schauen, durch die Menschlichkeit unserer Ziele und Absichten, durch unsere Bereitschaft, mit anderen friedlich und tolerant zu verkehren. In klarer Absage an Terror, religiösen Wahn, Geschlechterunterdrückung und Ausbeutung. Im Zeichen einer neuen großen Toleranzidee, als Wegweiser und Perspektive für Europa und den Nahen Osten. Die Foundation Sivan Perwer arbeitet in den Sphären von Kunst und Kultur. Im Bemühen um eine zukünftige Weltgemeinschaft geht es um Gestaltung, um Einrichtung der Assoziation freier und gleichberechtigter Menschen. Alles ist heute Kultur geworden. Alle Räume müssen kulturell neu vermessen werden. Das Prinzip heißt: erinnern, bewahren, - und auch verändern. Kurzbiographie Sivan Perwer Geboren am 23. Dezember 1955 in Sori bei Viransehir, nahe der Stadt Sanliurfa im türkisch administrierten Gebiet Kurdistans. Der Vater ein kleiner Bauer. Der Sohn ein Hirte ("Sivan"). Der die Schafe hütete. Religiös geprägt mochte der Vater den Jungen nicht auf öffentliche Schulen schicken. Schließlich gab der Vater nach. Sivan beendete die Schule als Klassenbester. Soziale Not zwang ihn, erneut die Schafe zu bewachen. Die Mutter setzte durch, daß Sivan in Urfa seine Ausbildung fortsetzen konnte. Im Alter von 13 Jahren erarbeitete er in Fabriken und in Restaurants seine Mittel für die Fortbildung. Später Beginn des Geologie-, dann des Mathematik-Studiums in Ankara. Begleitet in den 70er Jahren von der Bedrohung durch Organe des türkischen Staats. Im Zeichen der Herrschaft des Putsches der Militär-Junta. In diese Zeit fallen seine ersten öffentlichen Konzerte. Damals schon einmal vor 30 000 Menschen. Er sang kurdisch. Das war verboten. Arreste und Verhaftungen folgten. Der Geheimdienst MIT war dem Sänger auf den Fersen. Sivan Perwer versuchte vergebens nach Schweden zu emigrieren. 1976 kam er nach Deutschland. Lebte und heiratete in Köln, wo er Musikwissenschaft studierte. Sang und gab Konzerte. Der Sohn "Serxwebun" ("Unabhängigkeit") wurde geboren. 1983 erneute Asylsuche in Schweden: die deutschen Behörden gaben seiner früheren "Gülistan", keine Aufenthaltserlaubnis. Heute ist Sivan Perwer der meistbekannte kurdische Sänger seiner Generation. Bekannt in allen Gebieten Kurdistans. Geschätzt und gern gehört in aller Welt. Als kultureller Botschafter des alten wie des neuen Kurdistans. |