Bei unrast:

Gemachte Differenz - Abstracts

AG gegen Rassismus in den Lebenswissenschaften (Hg.)
Gemachte Differenz
Kontinuitäten biologischer »Rasse«-Konzepte
ISBN 978-3-89771-475-5
Unrast, April 2009

Rassifizierte Gene –
Zur Aktualität biologischer »Rasse«-Konzepte in den neuen Lebenswissenschaften

AG gegen Rassismus in den Lebenswissenschaften

In verschiedenen aktuellen lebenswissenschaftlichen Forschungsbereichen lässt sich eine Renaissance von »Rasse« als explizite oder in Form euphemistischer Umschreibungen ausmachen. Auf Basis einer Historisierung der biologischen »Rasse«-Konzepten werden aktuelle Bereiche lebenswissenschaftlicher »Rasse«-Forschung und deren Modernisierungs- und Reformulierungsbemühungen unter genetischen Vorzeichen verhandelt. Daran Anschließend werden Potentiale und Begrenzungen der Kritik an lebenswissenschaftlichen rassisierten Differenzforschungen und Erfordernisse sozialwissenschaftlicher Beschäftigung mit diesem Themenbereich ausgelotet.


Politik mit Kategorien: Zur Produktion von Differenz in Epidemiologie und Biomedizin
Susanne Bauer
Im Kontext aktueller lebenswissenschaftlicher Forschungen und im Zuge epidemiologischer Verfahren kommen als biomedizinische Raster vermehrt Bevölkerungskategorien zum Einsatz: Neben einer Vielzahl von Variablen tritt dabei insbesondere in der englischsprachigen Literatur der Begriff »Rasse« (neben dem Begriff »Ethnizität«) erneut auf den Plan. Je nach Fragestellung kann »Rasse« dabei als Platzhalter für biologisch gedachte Differenz wie auch als analytische Kategorie zur Dokumentation von Benachteiligung oder von Diskriminierungserfahrung intendiert sein. Dieser Beitrag geht der Frage nach der Biopolitik durch Kategorisierungen nach: Über Beobachtungen aus dem deutschsprachigen Kontext hinausgehend, wird die internationale Verflechtung epidemiologischer Forschung und das Zirkulieren solcher Bevölkerungskategorien in Biomedizin und Politik aufgezeigt. Mit dem Fokus auf die Generierung von Wissen können epidemiologische Verfahren dabei in der Dynamik ihrer Differenzproduktion analysiert werden. Der Einsatz von Kategorien kann dabei als äußerst heterogen und ambivalente Effekte hervorbringend beschrieben werden: Zum einen werden in der Sozialepidemiologie Kategorien wie »Ethnizität« und »Migrationstatus« verwendet, um strukturelle Benachteiligungen aufzuzeigen, zum anderen sind gerade im Kontext der Genomforschung in den Lebenswissenschaften jedoch Effekte der Re-Biologisierung sozialer Kategorien zu beobachten. Mit einer Analyse der Polyvalenz der Variablen lassen sich Prozesse der Hervorbringung und Auflösung von Kategorien sowie Effekte der Ent- und Rebiologisierung fokussieren und Potentiale für Kritikstrategien ausloten.
Stichworte: Epidemiologie, Biomedizin, Kategorisierung, Biologisierung, Differenzproduktion

Lebendig begraben. »Race«-Konzepte in den Wissenschaften
Troy Duster

Der Gebrauch von »Race«-Konzepten in der Pharmakogenomik, der Forensik und Molekulargenetik besteht, trotz der Ungenauigkeit und Probleme der Kategorie sowie der gravierenden wissenschaftlichen Einwände gegen die Verwendung, ungehindert fort. Eine wachsende Anzahl von Forschungsansätzen und Studien nutzt neue Technologien um Einzelnukleotid-Polymorphismen und Allel-Häufigkeitsprofile für unterschiedliche Populationen zu bestimmen und vergrößert damit das Risiko rassisierte Kategorien als »genetische« zu reetablieren. Ich schlage dagegen ein theoretisches Gerüst vor, mit dessen Hilfe ein wissenschaftliches »Race«-Konzept sinnvoll angewendet werden könnte. Der theoretische Ausgangspunkt dafür sind komplexe Feedbackmechanismen, die im Zusammenhang mit der sozial zu verstehenden Kategorie »Race« auch körperliche und somit biologische Auswirkungen haben. Dazu sollten Interaktion zwischen ethnisierter und rassisierter Identität, Ernährungsgewohnheiten und Krankheiten betrachtet werden. Ionzipiert wird also ein Vorgehen, welches »Race« als komplexes Zusammenspiel von Ideologien und Mythen mit sozialen und biologischen Wirklichkeiten fasst.


Staatsform—Biomacht – »Rasse«
Lebenswissenschaftliche Kontinuierungen vom deutschen Kolonialismus bis zum nationalsozialistischen »Volkskörper«

Timm Ebner

Der Artikel untersucht die historischen Entstehungsbedingungen des lebenswissenschaftlichen Rassismus im deutschen Kontext. Der Fokus liegt hierbei auf einen blinden Fleck deutscher Gedächtnispolitik: dem deutsche Kolonialismus. Neben der Beendigung dieses Schweigens geht es auch um die Beleuchtung unerwarteter struktureller Verbindungslinien zwischen Kolonialismus und Nationalsozialismus, ohne die Komplexität der Thematik spezifischen Schlüsseltheorien zu unterwerfen.


Die Neugestaltung von Race: DNA und die Politiken der Gesundheit
Anne Fausto-Sterling

In diesem Beitrag untersuche ich den aktuellen Gebrauch und die Definitionen von »Race« in rassifizierender Differenzforschung der Medizin. Die unterschiedlichen neuen Gebrauchsweisen vereint dabei vor allem der Mangel an theoretischer Fundierung. Der Artikel argumentiert dagegen, dass das Biologische in einem sozialen System beständiger Rückkopplung zwischen Körper sowie sozialen Prozessen und Erfahrungen konstituiert wird. In der Erprobung eines veränderten Standpunktes bezüglich vermeintlich »rassischer« Differenzen, versuche ich, die Debatte von dem notwendigerweise nutzlosen Streit zwischen Natur und Kultur wegzubewegen. Das Ziel wäre ein neues Paradigma, mit dem die Auswirkungen auf Gesundheit und Krankheit mit Bezüge auf Herkunft, auf individuelle Lebensläufe sowie auf »Race« und Gender verstanden werden können.

Stichwörter:
»Rasse«, »Race«, Systemtheorie, Gender


»Rassenspezifische Medizin«? Zur Funktion von »Rasse« als Platzhalter in der Genetik und als Klassifikationsmerkmal in den Lebenswissenschaften am Beispiel von BiDil
Monika Feuerlein/Carsten Junker

In den USA hat sich BiDil, das erste Medikament, das nur für Afroamerikaner_innen zugelassen wurde, wirtschaftlich als Flop erwiesen. Davon unbeschadet erfährt die Kategorie »Rasse« in der öffentlichen Wahrnehmung einen Naturalisierungsschub. Im Beitrag werden problematische Vorannahmen der so genannten »rassenspezifischen« Medizin benannt und diskutiert. Insbesondere wird die Frage, welche potentiellen gesellschaftlichen Effekte staatlich festgelegte Standards »rassischer« und »ethnischer« Klassifikationen haben, erörtert.

Stichwörter: Pharmakogenetik, »ethnische Medizin«, »Rasse«, Rassismus, Naturalisierung, »rassische Klassifikation«, individualisierte Medizin


»Bastarde« als Problem der deutschen Eugenik und »Rassenhygiene« im 20. Jahrhundert
Kien Nghi Ha

Vor dem Hintergrund der kolonialen Struktur der europäischen Moderne setze ich mich in diesem Beitrag kritisch mit den weitreichenden kolonialrassistischen Diskursen über sogenannte ‚»Rassenbastarde« in den Naturwissenschaften auseinander. Ausgangspunkt für diese Entwicklung waren die Darwinschen und Mendelschen Paradigmen in den Biowissenschaften im 19. Jahrhundert. Auf dieser Grundlage formierte sich angesichts einer unhinterfragten rassistischen Ideologie, die im Zeitalter des Imperialismus über die westliche Welt hinaus gesellschaftsstrukturierend wirkte, die sozialdarwinistische Eugenik und »Rassenhygiene«. Gerade deutsche Akademiker waren in Kooperation mit anderen Trägern der sozialen Elite an der internationalen Verwissenschaftlichung eines eugenischen Rassismus führend beteiligt. In meiner Analyse konzentriere ich mich auf die diskursiven Praktiken, die sich mit der Konstruktion, Pathologisierung und Bekämpfung der »Rassenvermischung« beschäftigten. Die Übertragung und Radikalisierung des Darwinismus und der Erblehre auf den Humanbereich beschränkte sich keinesfalls auf die Entstehung eines Ideologieapparats. Vielmehr wurden bereits in der Weimarer Republik eugenische Maßnahmen kodifiziert und als repressive Sozialtechnik eingesetzt, um die Reproduktion erwünschter und unerwünschter Bevölkerungsgruppen zu kontrollieren. Unter maßgeblicher Beteiligung der »Rassenhygieniker« wurde im Nationalsozialismus die Definition, Selektion und letztendlich auch Vernichtung »lebensunwertes Lebens« im industriellen Maßstab massenwirksam und realitätsbildend. Angesichts meines Themas werde ich mich auf den Umgang mit »Rassenmischlinge« beschränken. Im letzten Teil meiner Analyse wird der Frage nach Kontinuität und Tradierung »rassenhygienischer« Welt- und Menschenbilder in der Bundesrepublik sowie dem Fortbestehen entsprechender Netzwerke im institutionellen Rahmen nachgegangen.

Schlagworte: Wissenschaftlicher Kolonial-Rassismus, deutsche »Rassenhygiene«, Hybridität, »Rassenvermischung«, postkoloniale Kritik


Wissenschaftliche Konstruktionen von »Rasse« und »Geschlecht« in der Anthropologie um 1900
Christine Hanke

Die physischen Anthropologie um 1900 steht unter dem Diktum der »mechanischen Objektivität« (Daston/Galison), die sich in diesem Diskurs als metrisch-statistische Objektivität äußert: Reihenweise werden Körper vermessen, um aus den so gewonnenen Daten mittels statistischer Verfahren »Rasse« und »Geschlecht« zu identifizieren. Mein Beitrag nimmt die spezifische Produktivität dieser neuen Form von Wissenschaftlichkeit im Hinblick auf die eng miteinander verwobenen boundary objects (Star/Griesemer) »Rasse« und »Geschlecht« in den Blick. Paradoxerweise wird im Zuge der metrisch-statistischen Objektivität der Anthropologie um 1900 die Evidenz von »Rasse« und »Geschlecht« sowohl hergestellt als auch immer wieder unterlaufen. Welche Möglichkeiten der Wissenschaftskritik ergeben sich aus dieser Analyse?

Stichwörter: Anthropologie, Vermessung, Statistik, Objektivität, Evidenz, Wissenschaftsforschung


Un/Ver-schämte Körper: gentechnologische Rassifizierung und Hyperindividualisierung von Krankheit
Christiane Hutson

Im Zuge des deutschen Kolonialismus ist eugenische Wissensproduktion in die Selbstwahrnehmung und in gesellschaftliche Strukturen heteronormativen Begehrens eingeschrieben worden. Eine postkoloniale Folge davon ist, dass über die Gesundheit bzw. Krankheit von Schwarzen Menschen und People of Color innerhalb eines ‚weißen deutschen Mainstreams nichts jenseits post/kolonial-eugenischer Wissensproduktion mit-teilbar zu sein scheint.
Der erste Abschnitt des Textes zeigt anhand einer Analyse zu gentechnologischen Erklärungen für Brustkrebs bei Frauen auf, wie gentechnologische Wissensproduktion als rassifizierend reflektiert werden kann. Der zweite Abschnitt skizziert, wie bei der rassistischen De-Formierung von Körpern insbesondere der Widerhall kolonialer Echos in gegenwärtiger medizinischer Wissensartikulation miterfasst werden kann. Der dritte Abschnitt verdeutlicht anhand von zwei autobiografischen Erinnerungen verbaler rassistischer Angriffe und einem populärwissenschaftlichen Artikel über Erbkrankheiten den Zusammenhang zwischen Eugenik und Sexualität/ sexuellem Begehren im post/kolonialen Kontext. Abschließend werden anknüpfend an May Ayims »un-verschämte Körper« als eigenständiger affirmativer Bezugspunkt insbesondere für Schwarze kranke Menschen bzw. kranke People of Color vorgestellt.

Stichwörter: »Rasse«, Krankheit, Postkoloniale Theorie, Geschlecht, Gentechnologie


Gibt es einen »Neo-Biologismus«?
Ina Kerner

Seit einigen Jahren floriert nicht nur in den USA ein Diskurs über »Rasse« und Genetik – verknüpft mit neuen Verfahren und Produkten aus dem Bereich der Pharmazie, der Forensik und im Zusammenhang neuer Methoden der Ahnenforschung für den Privatgebrauch.
Sind diese Entwicklungen politisch harmlos und in ihren konsumtiven Anwendungen vielleicht sogar zu begrüßen? Oder haben wir es hier mit einem Neo-Biologismus zu tun, einer Wiederbelebung wissenschaftlicher »Rassen«-Konstruktionsprozesse, gegenüber denen – zumindest aus einer rassismuskritischen Perspektive – größte Skepsis angezeigt ist?
Vor dem Hintergrund dieser Fragen werden im Beitrag verschiedene Arenen des Einsatzes »rassischer« Unterscheidungen in den USA diskutiert. Ziel dabei ist es, den aktuellen Diskurs um »Rasse« und Genetik hinsichtlich einiger seiner zentralen Gesichtspunkte politisch, genauer: »rassen«- und rassismuspolitisch zu kontextualisieren.
Der Text gliedert sich in vier Teile. Im ersten Teil geht es anhand des Arguments, »rassische« Unterscheidungen können nützlich sein, um Chancen und vor allem um Risiken gängiger funktionaler Begründungen für die Verwendung überkommener »rassischer« Differenzierungen zur Bezeichnung körperlicher Unterschiede. Daran schließt sich im zweiten Teil eine Diskussion der konstitutiven Ambivalenzen der Kategorie »Rasse« und ihres Einsatzes an, die nicht zuletzt in deren besonderer Naturalisierungsanfälligkeit gründen. Der dritte Teil ist dem amtlichen »Rassen«-Klassifikationssystem der USA gewidmet und problematisiert daran angelehnt jene politisch motivierten Einsätze »rassischer« Unterscheidungen, die sich auf die Kategorie »Rasse« ausschließlich in sozialer Hinsicht beziehen und damit ihre biologischen Konnotationen und die möglichen negativen Effekte, die sich aus den diskursiven Wirkungen dieser Konnotationen ergeben können, ausblenden. Der vierte Teil schließlich ist Überlegungen zu der Frage gewidmet, auf welche Weisen antirassistische Strategien den Biologismen begegnen könnten, die nicht erst in jüngster Zeit den Gebrauch der Kategorie »Rasse« prägen.


Schwarze in der Universität: Diversity in Adversity
Grada Kilomba

Interessant, aber unwissenschaftlich, zu subjektiv, zu persönlich, zu emotional, zu spezifisch. In solchen Kommentaren zeigt sich das stete Bedürfnis danach, die Stimme des Schwarzen Subjekts zu kontrollieren, und die Sehnsucht, Einfluss und Entscheidungsgewalt darüber zu haben, wie wir die Wirklichkeit betrachten und interpretieren. Mit Hilfe solcher Bemerkungen versichert sich das weiße Subjekt seiner/ihrer Macht und Autorität über eine Gruppe, die er/sie als ‚weniger wissend‹ etikettiert. Das zeigt wie Konzepte von Wissen und die Vorstellung davon, was Wissenschaft ist, intrinsisch mit Macht und rassifizierter Autorität verknüpft sind.
Welches Wissen ist als Wissen anerkannt? Welches Wissen nicht? Wem wird zugestanden, über dieses Wissen zu verfügen? Und wem nicht? Wer darf Wissen vermitteln? Und wer nicht? Wem steht ein Platz in der Universität zu? Und wer bleibt an ihren Rändern? Und zuletzt: Wer kann wirklich sprechen? Und wer nicht?


Der »Rasse«-Begriff in der Biologie nach 1945
Kerstin Palm

Der Beitrag fasst die Ergebnisse einiger Studien zusammen, die sich mit den innerbiologischen Debatten um den »Rasse«-Begriff nach 1945 befassen. Dazu werden zunächst in einer kurzen Rückschau die biologischen Vorstellungen von »Rasse« seit dem 18. Jahrhundert rekapituliert, um sowohl Kontinuitäten als auch Brüche zum »Rasse«-Begriff nach 1945 aufzuzeigen. Der Hauptteil beschäftigt sich dann mit den diesbezüglichen kontroversen Diskussionen in der Nachkriegszeit vor allem in Deutschland und den USA, die in die Feststellung mündeten, dass ein biologischer »Rasse«-Begriff wissenschaftlich nicht mehr haltbar ist und sein weiterer Gebrauch deshalb als rassistisch motiviert gelten muss.


Der »Rasse«-Begriff in der Psychologie
Timo Wandert

Viele Aspekte der deutschen Psychologie sind von einer weißen westlichen Normierung geprägt, die oftmals mit Rassifizierungsprozessen und diskriminierenden Praktiken einhergeht. Einen Teil dieser Rassifizierungsprozesse macht die Verwendung des »Rasse«-Begriffs in der entsprechenden Fachliteratur aus. Wie innerhalb der Disziplin »Rasse« verstanden wird, entscheidet darüber, ob psychologische Theorien »Rasse« entweder als essentialistische Kategorie reifizieren, oder ob eine Betrachtung der psychologischen Konsequenzen von Rassifizierungsprozessen stattfindet und der Begriff damit als eine kritische Analysekategorie verwendet wird. Entsprechende psychologische Theorien haben einen Einfluss auf das konkrete Handeln von Psycholog_innen in ihrer alltäglichen Praxis, da sie beispielsweise einer weißen Therapeutin Modelle an die Hand geben, um die Erfahrungen ihrer Schwarzen Klientin zu beurteilen: entweder rassifizierend und essentialistisch als Ausdruck einer vermeintlichen »Rassen«-Angehörigkeit oder als Produkt von Rassismus und alltäglich erlebter Diskriminierung. Zum Verständnis der aktuellen Verwendung des »Rasse«-Begriffs in der deutschsprachigen Psychologie ist es notwendig bis in die Anfangstage dieser Wissenschaft zurückzugehen, in denen schon Methoden und Fragestellungen formuliert wurden, die bis heute bedeutsam für rassifizierende Ansätze innerhalb der Psychologie sind. Die Vorläufer heutiger Paradigmen sind dabei vor allem in der angelsächsischen Tradition rassifizierender Forschung zu sehen und weniger in der deutschen »Rassenpsychologie« der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus. Im sich anschließenden zweiten Abschnitt, der die Zeit von den Sechziger Jahren bis in die Gegenwart behandelt, werden Handbücher, Wörterbücher und Lehrbücher der Psychologie auf die Verwendung des »Rasse«-Begriffs hin untersucht. Von diesen Betrachtungen ausgehend wird im Fazit der Frage nachgegangen, welcher Zusammenhang zwischen der wissenschaftstheoretischen Fundierung der Psychologie und der dort zu beobachtenden Verwendung des »Rasse«-Begriffs besteht.


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AG gegen Rassismus in den Lebenswissenschaften (Hg.)
Gemachte Differenz
Kontinuitäten biologischer »Rasse«-Konzepte
ISBN 978-3-89771-475-5
Unrast, April 2009