Bei unrast:
Udo Wolter: Exil der »materiellen Interessen«Versuch über Kapitalismus, Imperialismus und Subjekt in Joseph Conrads Nostromo
Auszug aus:
[…] Imperialistische Modernisierung Es geht also in Nostromo, wenn man so will mit hochaktuellen Bezügen, um einen von revolutionären Unruhen und politischem Umsturz begleiteten Modernisierungsschub in einem peripheren postkolonialen Land Südamerikas, das bisher von einem aus der Kolonialzeit ererbten Agrarkapitalismus mit halbfeudalen Herrschaftsverhältnissen gekennzeichnet war. Die sezessionistische Bewegung bricht mit Unterstützung von anglo-amerikanischem Kapital die dank der Silbermine reichste und am profitabelsten in die zeitgenössischen Weltmarktzusammenhänge integrierte Provinz aus dem Land. Ihr Erfolg wird durch das Auftauchen eines amerikanischen Kriegsschiffes im Hafen Sulacos besiegelt. Diese Silbermine ist von ihrem Besitzer, dem englischstämmigen, aber über mehrere Generationen eingesessenen Costaganuero Charles Gould, mit Hilfe von amerikanischem Kapital nach längerer Stillegung zu einem prosperierenden Unternehmen entwickelt worden. Der amerikanische Millionär Holroyd, von dem dieses Kapital stammt, sagt über sein Engagement für die Mine von San Tomé in Sulaco: »Wir können dasitzen und abwarten. Natürlich werden wir eines Tages eingreifen. Zwangsläufig. Aber das eilt nicht. Sogar die Zeit selbst muß dem größten Land in Gottes ganzem Universum aufwarten. Wir werden über alles entscheiden: über die Industrie, den Handel, die Rechtsprechung, den Journalismus, die Kunst, die Politik, die Religion, von Kap Hoorn bis ganz hinauf zum Smith Sound und noch darüber hinaus, wenn am Nordpol irgendetwas zum Vorschein kommt, was zu holen es sich lohnt. Und dann werden wir genügend Muße haben, die entlegenen Inseln und Kontinente der Erde in die Hand zu nehmen. Wir werden die Geschäfte der Welt bestimmen, ob es ihr nun gefällt oder nicht. Die Welt kann es nicht ändern – und wir wohl auch nicht, denke ich« (89). Die Figur Holroyds, der ähnlich wie die christlichen Rechten im Umfeld der heutigen US-Regierung von einem protestantisch-christlichen Missionseifer besessen ist, lässt einen Kommentator wie Edward Said die »hellseherische Kraft« von Nostromo in der Vorhersage der US-Hegemonie sehen. »Ein Großteil der Rhetorik der ›Neuen Weltordnung‹ (…) könnte von Conrads Holroyd erfunden worden sein«, schreibt Said. Er lobt bei Conrad die Einsicht, »dass der Imperialismus ein System ist«, wirft ihm aber zugleich »residuale imperialistische Neigungen« vor, die sich mit dem Blickwinkel seiner Romanfigur Holroyd decken würden.22 Dagegen wäre allererst zu klären, was Conrad unter imperialistischer Expansion verstanden hat. Sieht man sich Conrads Darstellung der imperialistischen Einflussnahmen genauer an, bemerkt man schnell, dass Holroyds amerikanisches Finanzkapital nur ein Faktor für den durch die Mine vermittelten Kapitalisierungsschub Sulacos ist. Ebenso groß ist die Bedeutung der von englischem Kapital betriebenen Eisenbahnlinie mit ihrem Präsidenten Sir John, »dieses großen costaguanischen Unternehmens, das Geld in die Taschen von Engländern, Franzosen, Amerikanern, Deutschen und Gott weiß wem noch bringen soll«, wie wiederum Decoud sarkastisch anmerkt (235). Conrad fokussiert die imperialistische Hegemonie keineswegs auf den Aufstieg der USA, wie Said das gerne hätte. Und sie wird auch weit weniger personalisiert, als der linke Antiimperialismus das meist zu tun pflegt. Charles Gould bemerkt zu seiner Frau im Hinblick auf einen möglichen Absprung Holroyds bei politischen Schwierigkeiten: »Er muß vielleicht nachgeben (…), aber die großen Eisen- und Silberinteressen werden bleiben, und sie werden eines Tages Costaguana ebenso unter ihren Einfluß bekommen wie die ganze übrige Welt« (94). Die »großen Eisen- und Silberinteressen« gehen weit über kapitalistische Ausbeutung durch imperialistische Fremdherrschaft hinaus. Sie werden synonym gebraucht für die »materiellen Interessen«, die sich als Schlüsselbegriff durch das gesamte Textsystem des Romans ziehen und die »zahlreichen an den Marxismus erinnernden Aspekte des Plots«23 bündeln. Von den verschiedenen Bedeutungsschichten, die Conrad in diesen Begriff legt, wird zunächst ihre materielle Seite sichtbar gemacht: das Silber steht als materielles Substrat ebenso wie Gold für das allgemeine Wertäquivalent des Geldes und die Zirkulationssphäre. Das Eisen lässt sich leicht als die Ende des 19. Jahrhunderts buchstäblich tragende Säule für die Produktionsseite der industriekapitalistischen Akkumulation identifizieren. Die »Eisen- und Silberinteressen« stehen mithin auch für den sich im Verlauf des Romans vollziehenden Modernisierungsschub in Sulaco, das früher vom »einheimischen Handel mit Rindshäuten und Indigo« gelebt hat. Dass die »Eisen- und Silberinteressen« immer als Zwillingspaar durch den Text wandern, zeigt, dass Conrad die Kapitalsphären von Produktion und Zirkulation als untrennbaren Zusammenhang sieht und tendenziell antisemitischen Fixierungen auf die Zirkulation als Ort kapitalistischer Ausbeutung durch »Zinswucher« etc. eher fern steht – was bei den großen sozialkritischen Literaten seiner Zeit keineswegs selbstverständlich war. Darüber hinaus wird die kapitalistische Macht von ihren Akteuren getrennt – Holroyd »muss vielleicht nachgeben«, die »großen Eisen- und Silberinteressen werden bleiben« – und als unpersönlicher, abstrakt vermittelter Weltmarktzusammenhang dechiffrierbar. Mit den Worten des Skeptikers Dr. Monygham: »Es gibt keinen Frieden und keine Ruhe in der Entwicklung der materiellen Interessen. Sie haben ihr Gesetz und ihre Gerechtigkeit. Aber die beruht auf Zweckmäßigkeit und ist unmenschlich« (504). Konstruktion der Erzählung und Dekonstruktion der Geschichte Conrad wählt in Nostromo komplexe und für den Leser oft verwirrende Erzählstrategien. Die Abfolge der Ereignisse wird keineswegs als lineare Chronologie erzählt, sondern in ständig wechselnden Zeitsprüngen und Perspektivwechseln durch verschiedene berichtende Personen kaleidoskopartig zersplittert. Edward Said spricht treffend von »miteinander konkurrierenden Geschichten von Costaguana, (…) wobei jede implizit die anderen Versionen kritisiert.«24 Auf Conrads Erzähltechnik trifft auch zu, was Adorno mit Blick auf Proust schreibt: wenn »der Kommentar derart mit der Handlung verflochten ist, dass die Unterscheidung zwischen beiden schwindet, so greift damit der Erzähler einen Grundbestand im Verhältnis zum Leser an: die ästhetische Distanz.« Im Gegensatz zum traditionellen Roman variiere diese nun »wie Kameraeinstellungen des Films: bald wird der Leser draußen gelassen, bald durch den Kommentar auf die Bühne, hinter die Kulissen, in den Maschinenraum geleitet.«25 Indem Conrad außerdem den im realistischen bürgerlichen Roman des 19. Jahrhunderts vorherrschenden »geordneten Zeitstrom« aufbricht und die verwickelte Geschichte von Nostromo achronologisch erzählt, verleiht er seiner Beunruhigung über die Entwicklungen seiner Zeit durch eine innovatorische Erzählweise Ausdruck.26 »Fiktion ist Geschichte, menschliche Geschichte, oder sie ist nichts,« schrieb Conrad über den Schriftsteller als Historiker und behauptete, Fiktion sei »näher an der Wahrheit« als die »auf Dokumenten (…), auf Eindrücken aus zweiter Hand« basierende Geschichtswissenschaft (NLL, S. 19f.).27 Indem er alle Ereignisse und Geschichten von ihren Ergebnissen her aufrollt und über häufige Zeitsprünge hinweg durch einen allwissenden Erzähler netzartig verknüpft, kritisiert Conrad die bürgerliche Vorstellung einer linearen Fortschrittsgeschichte, deren Subjekt durch die materiellen Interessen autorisiert wird. Innerhalb des Romans verkörpert Kapitän Mitchell die Rolle eines von borniertem Glauben an linearen Fortschritt durchdrungenen »formalhistorischen Zeugen« (Jameson). Conrad ironisiert diese durch Biederkeit und treuherzige Aufrichtigkeit gekennzeichnete Figur bis zur Lächerlichkeit, indem er ihn in »pompösem« Duktus Teile der Handlung berichten und dabei ständig vom »Beginn einer Epoche« schwadronieren oder emphatische Ausrufe wie »Es war Geschichte – Geschichte, Sir!« zum Besten geben lässt. Aus seiner ideologischen Beschränktheit vermag Mitchell persönlich in lebensbedrohlichen Situationen eine bemerkenswerte Standhaftigkeit zu gewinnen. So ist er zugleich Karikatur der konventionell positivistischen Geschichtsschreibung und Repräsentant der stabilisierenden Funktion dieser Ideologie, der »weithin sichtbar in seiner weißen Weste, mit hochrotem Gesicht in der Sonne den vereinigten und besorgten guten Willen sämtlicher materiellen Interessen der Zivilisation vertrat« (156). Conrad ironisiert die konventionelle Philosophie von der »Wahrheit der Geschichte« auch am Schicksal des historischen Werkes »Geschichte von fünfzig Jahren Missherrschaft« aus der Feder des Elder Statesman Don José Avellanos28, dem Freund und politischen Berater der Goulds. Von Conrad im Vorwort zum Roman als seine wichtigste und wahrhaftigste Quelle zur costaguanischen Geschichte bezeichnet, im Roman immer wieder erwähnt und von den ribeiristischen Blancos voll Ehrfurcht vor der darin enthaltenen zentralistischen politischen Doktrin zitiert, die aber gleichzeitig separatistisch verraten wird, bleibt sein Inhalt dem Leser letztlich doch verborgen. Die während der Revolution als Abrechnung mit den vergangenen Diktaturen begonnene Drucklegung endet schließlich damit, dass die Blätter des Werkes »die Plaza übersäten, in der Gosse schwammen, als Pfropfen für Trabucos abgefeuert wurden, die mit einer Handvoll Drucklettern geladen waren…« (239f.). Fetischismus: das Silber der Mine und die »materiellen Interessen« Das symbolische Zentrum von Nostromo ist das »Silber der Mine«.29 Um das Silberbergwerk und sein Produkt drehen sich alle Interessenkonflikte der Personen und politischen Gruppen. Das Silber ist »das Symbol der überragenden Wichtigkeit der materiellen Interessen« (264). Es entwendet den Akteuren ihre eigene Geschichte und lässt sie wie verdinglichte Marionetten erscheinen, die von dem »gnadenlosen Vorgang« der metaphorischen »Strickmaschine« Conrads bewegt werden: »Das Ding … strickt uns in- und auswendig«: man ist geneigt, an Marxens Metapher vom Kapital als »automatischem Subjekt« zu denken. »Es entzieht sich als echtes Symbol begrifflicher Vereinseitigung. Conrad betont immer wieder seine natürliche Unkorrumpierbarkeit,« schreibt Günter Walch in seinem Nachwort zum Roman über die Bedeutung des Silbers, um auf die moralische Indifferenz der durch die Mine und das Silber verkörperten materiellen Interessen hinzuweisen.30 Denn Protagonisten wie Charles Gould geraten gerade aufgrund ihrer hohen, aber abstrakten gesellschaftlichen und moralischen Ideale unter den Bann des Silbers. Die Symbolik des Silbers wird von Conrad atmosphärisch inszeniert, indem er allen wichtigen Figuren des Romans Silberattribute zuordnet: Nostromo trägt einen silbernen Ring und Silberknöpfe an der Uniform, reitet auf einer silbergrauen Stute mit silberbeschlagenem Zaumzeug und kommandiert seine Carcadores am Hafen mit einer Silberpfeife; der Elder Statesman Don José Avellanos hat silbergraues Haar; Ignatio, Diener der Goulds, trägt eine silberbetresste Jacke usw. Conrad selbst bezeichnet die dem Silber beigemessene Bedeutung als Fetischismus. Die indianischen Arbeiter der Mine verehren diese, »als wäre sie ein Fetisch, den sie mit eigenen Händen hergestellt hatten, denn sie waren unwissend und unterschieden sich in anderer Hinsicht nicht sonderlich von der übrigen Menschheit, die unendliches Vertrauen in ihre eigenen Schöpfungen setzt« (396). Man könnte hier natürlich wegen der »unwissenden« Indianer wieder einen gewissen Rassismus seitens Conrads argwöhnen. Aber er betont, dass sie sich in ihrem fetischistischen Verhältnis zu ihren »eigenen Schöpfungen« gerade nicht vom Rest der Menschheit unterscheiden. Das zeigt auch ein Gespräch der Goulds über den protestantischen Missionseifer des amerikanischen Kapitalgebers Holroyd. Dieser hatte sich beim Besuch Sulacos über die katholische Idolatrie der »prunkvoll aufgeputzten Heiligen in der Kathedrale« empört, was Emilia Gould zu der Bemerkung veranlasst: »›Mir schien jedoch, als betrachte er seinen eigenen Gott als eine Art einflußreichen Kompagnon, der seinen Anteil am Profit in Form von Kirchenstiftungen erhält. Das ist auch eine Art Götzenanbetung. (…) Ein armer Cholo (Mestize), der einen silbernen Arm oder ein silbernes Bein opfert, um seinem Gott für eine Heilung zu danken, ist genauso vernünftig und dabei rührender.‹ ›Er steht an der Spitze riesiger Silber- und Eiseninteressen‹, erklärte Charles Gould. ›Ach, ja! Die Religion von Silber und Eisen‹« (82f.), antwortet ihm darauf Mrs. Gould. Charles Gould ist die idealistische Ideologie des liberalen Glücksversprechens in Person. Während seiner Ausbildungsjahre in Europa wurde er von Ferne Zeuge, wie sein Vater unter dem Fluch der Mine zugrunde ging. Diesem war sie in verfallenem Zustand von einer der diktatorischen Regierungen Costaguanas als »Konzession auf alle Ewigkeit« mit dem einzigen Ziel aufgenötigt worden, ihn durch horrende Steuern auf zu erwartende Gewinne erpressen und ausquetschen zu können. Der Vater weigerte sich, die Mine wieder in Betrieb zu nehmen und beschwor seinen Sohn in zahllosen Briefen voller Klagen und Verwünschungen, nie nach Costaguana zurückzukehren und die Konzession anzutreten. Nach dem Tod seines gramgebeugten Vaters will der junge Charles diese Schmach jedoch durch eine erfolgreiche Wiederinbetriebnahme der Mine vergelten. Durch diese Rebellion wider das Gebot des Vaters gerät er selber unter den »Zauber der San-Tomé-Mine«. Er entwickelt »eine andere Art von Besessenheit, (…) in deren magischer Formel Hoffnung, Kraft und Selbstvertrauen zum Ausdruck kamen statt müder Verzweiflung und Empörung« (S. 71). In seinem optimistischen Idealismus glaubt Charles Gould fest daran, dass ein Erfolg der Silbermine zugleich die notorisch korrupten, gewalttätigen und sozial ungerechten Verhältnisse in seiner südamerikanischen Heimat verbessern müsse: »Was hier fehlt, ist Gesetzlichkeit, Redlichkeit, Ordnung, Sicherheit. Jeder kann darüber schöne Reden halten, aber ich setze mein Vertrauen in materielle Interessen. Laß die materiellen Interessen erst einmal festen Fuß fassen, dann setzen sie auch zwangsläufig die Bedingungen durch, unter denen allein sie weiterbestehen können. So ist das Geldverdienen angesichts der Gesetzlosigkeit und der Unordnung hier gerechtfertigt. Es ist deshalb gerechtfertigt, weil die Sicherheit, die es erfordert, mit einem unterdrückten Volk geteilt werden muß. Eine bessere Gerechtigkeit wird folgen« (S. 96). Der Erfolg des Minenunternehmers Charles Gould scheint dieses liberalistische Credo zu bestätigen. Dass er seinen Aufstieg zum reichen Minenbesitzer und heimlichen »Rey de Sulaco«, wie er von den spanischstämmigen reichen Blanco-Familien bald genannt wird, mit Bestechungen in der fernen Hauptstadt Costaguanas befördern muss, stört sein Weltbild wenig. Er setzt sogar mit Hilfe einer diskreten Finanzspritze Holroyds die Machtergreifung des persönlich integren und reformwilligen »Präsident-Diktators« Ribeira von der Blanco-Partei durch. Dass dieser Ribeira eine Marionette in der Hand des internationalen Kapitals ist, unterstreicht Conrad durch den ebenso deutlichen wie aktuell anmutenden Hinweis, dass ihm die Machtübernahme vor allem deswegen gestattet wurde, weil er sich bereit zeigt, die nicht unbeträchtlichen Auslandsschulden Costaguanas zu bedienen. Eine Kritik des bonapartistischen Populismus Das ruft schließlich den putschistischen Aufstand unter der Führung von Ribeiras Kriegsminister Montero und dessen Bruder auf den Plan. Mit populistisch-nationalistischen Parolen wie »die nationale Ehre werde an Ausländer verkauft« (153) wird die Straße mobilisiert. In diesem Zusammenhang meint Jameson einen subtilen Rassismus bei Conrad entdecken zu können, der sich in einer ressentimentgeladenen Gegenüberstellung des ungewöhnlich sympathisierend gezeichneten Bildes eines europäischen sozialrevolutionären Populismus, repräsentiert durch Viola und sein Ideal Garibaldi, und der sehr negativen Charakterisierung des einheimischen Populismus der Monteros ausdrücke.31 Dabei überliest Jameson aber einen entscheidenden Punkt von Conrads Charakterisierung dieses Populismus, obwohl er ihn sogar erwähnt: nämlich die Selbstdefinition der Montero-Politik als »Cäsarismus: die kaiserliche Herrschaft, die auf der unmittelbaren Volksabstimmung« basiert (402).32 Was Jameson völlig ignoriert, ist das europäische Vorbild, welches die Montero-Brüder begeistert nachzuahmen trachten: der Staatsstreich Napoleons des III., welchen Marx in seinem 18. Brumaire des Louis Bonaparte so glänzend untersucht hat. Das Führungspersonal des Monterismus charakterisiert Conrad ähnlich wie Marx dasjenige des zweiten Kaiserreichs als »Haufe von Kerlen, von deren bestem zu sagen ist, dass man nicht weiß, von wannen er kommt.«33 Vor allem der mit seinem Heer in Sulaco eingefallene kleinere Montero-Bruder eifert dem Vorbild des Duc de Morny nach, dem durch die Ausnutzung der Staatsmacht zur exzessiven Bereicherung berüchtigt gewordenen Halbbruder des Louis Bonaparte. Die monteristischen Agitatoren ergehen sich derweil in primitiven antiimperialistischen Parolen, die rasch in den Ruf zum Pogrom gegen alle Ausländer in Sulaco übergehen. Es ist erstaunlich, dass ausgerechnet einem so brillanten (postmodern-)marxistischen Interpreten wie Jameson diese kritische Spitze gegen populistischen Nationalismus in Conrads Roman zu entgehen scheint. Als die dank Ribeiro gewonnene Stabilität und Prosperität in Sulaco durch die populistische »Revolution« der Montero-Brüder bedroht wird, zeigt sich, wie sehr sich Charles Gould in seine Silbermine als fixe Idee verbissen hat: Nicht nur, dass er auf einen separatistischen Bürgerkrieg zur Rettung seines »Imperiums in Imperio« (Don Avellanos) setzt, er will sie sogar notfalls als »letzte Trumpfkarte« mit einer riesigen Dynamitladung ohne Rücksicht auf Verluste zerstören und fantasiert davon, »halb Sulaco in die Luft zu sprengen, wenn ich es wollte« (210f.). Spätestens hier erweist sich auch Charles Gould mit seinem Idealismus, der die Mittel über die Zwecke stellt, als eine abgemilderte Variante der zerstörerischen Ambivalenz des größenwahnsinnigen Mr. Kurtz aus Herz der Finsternis.34 Hinter dieser Verkehrung steht aber kein Charaktermangel Goulds, sondern seine unerbittliche Disziplinierung durch die Logik des Werts: »Das kapitalistische Ziel der Produktion aber ist absolut vorgegeben und es ist paradoxerweise nur ein Mittel: wenn auch eines, das außer sich selbst keinen Zweck hat.«35 »Weibliche Intelligenz« und Kapitalismuskritik Emilia Gould, die meist als eine der wenigen interessanten Frauenfiguren in Conrads Werk bezeichnet wird, fungiert als weiblicher Widerpart zu Charles Goulds Interessen-Idealismus. Sie verfügt über einen von Herzenswärme, Selbstlosigkeit und Hingabe bestimmten Charakter, dem »auch der allergerechtfertigste Anflug von Materialismus« fehlt (86). Conrad bewegt sich durchaus innerhalb der bürgerlichen Abspaltung eines subordinierten Weiblichen als Anderes des männlichen Subjektideals. Emilia Goulds scharfe Intelligenz sei keineswegs als »männlich zu bezeichnen«, schreibt er, denn: »Eine Frau mit männlichem Verstand ist (…) einfach nur eine Spielart unvollkommener Geschlechterdifferenzierung (…). Da Dona Emilias Verstand durchaus weiblich war, führte er sie dahin, die Eroberung Sulacos zu vollbringen, einfach indem er ihr den Weg für ihre Selbstlosigkeit und ihr Mitgefühl erhellte « (78f.). Dieses Lob der weiblichen Geistestugenden der Mrs. Gould verbindet sich zunächst mit einem Idealbild bürgerlicher Eheverhältnisse: weibliche Selbstlosigkeit und Hingabe soll mit phallischer Tatkraft und Zweckrationalität zur Synthese des bürgerlichen Glücksversprechens gerinnen. Allerdings baut Conrad dieses Wunschbild nur auf, um es unter dem Druck der realitätsmächtigen Abstraktion der materiellen Interessen in Gestalt der Silbermine regelrecht zu zerbröseln und so am Beispiel der Goulds als ideologisches Konstrukt zu entlarven. Charles Goulds völlige Identifikation mit der Mine führt zu zunehmender Verhärtung seiner Persönlichkeit und zu einer Entfremdung des Paares. Emilia Gould vereinsamt und erleidet den verdinglichenden Bannzauber des Silbers als sexuelle Frustration, da Charles Gould seine gesamten libidinösen Energien auf die Mine konzentriert – er schläft nicht nur ständig »auf dem Berg« in seinem Unternehmen statt im gemeinsamen Ehegemach, sondern auch metaphorisch mit der Mine statt mit seiner Frau. Daniel Schwarz interpretiert diesen Aspekt der Verschiebung des libidinösen Begehrens auf das tote Objekt des Silbers dahingehend, dass Charles Goulds sexuelle Substanz zu einem Silberstrom wird und Silberklumpen zeugt, die er seiner Frau als Ersatz für sexuelle Erfüllung zu Füssen legt.36 Sexuelle Metaphorik spricht auch aus folgender Passage: »Seine Aufgabe, seine Neigung, seine Politik vereinten sich in dem einen Bestreben, den Silberstrom, den er ganz allein aus der wiedergeöffneten Wunde in der Bergflanke zum Fließen gebracht hatte, ungehemmt weiterfließen zu lassen« (156). Goulds Verhärtung intensiviert sich proportional zum Erfolg der Mine und zum wachsenden Einfluss ihres »Senor Administrador«, der sich immer mehr in eine bloße »Verlängerung der unbelebten Welt« (Schwarz) verwandelt. Er wird wie der mit seinem Elfenbeinschatz sterbende Kurtz »zu einem sprechenden Gegenbild des Materiellen.«37 Ein Prozess, der sich auch als zunehmende »Versteinerung« der Beziehung zu Emilia und letztlich des »Rey de Sulaco« selbst verstehen lässt. Ironisch symbolisiert wird das durch eine steinerne Reiterstatue des spanischen Königs und Gould-Namensvetters Carlos IV, die am Ende des Romans als Symbol der alten Kolonialzeit entfernt wird, als der Versteinerungsprozess beim ebenfalls stets zu Pferde reitenden Charles Gould vollendet ist – und Sulaco fest in der Hand der »großen Silber- und Eiseninteressen« des internationalen Kapitals.38 Mrs. Gould verhält sich zu dieser Entwicklung keineswegs nur passiv. Ihre humanistischen Interventionen zugunsten der gesellschaftlich Schwachen haben aber bei den regelmäßig in ihrem Salon in der städtischen »Casa Gould« stattfindenden politischen Versammlungen gegenüber den materiellen Interessen kein großes Gewicht. David Simpson bezeichnet ihre von den materiellen Interessen abgetrennte Welt der Menschlichkeit mit einem musikalischen Vergleich als »unterworfenen Kontrapunkt, der zerstört werden wird, sobald er als Melodie hervortritt.«39 Emilia Gould reflektiert diese Situation selbst: »Das Schicksal der San-Tomé-Mine lag ihr schwer auf der Seele. Schon seit langem hatte sie sie zu fürchten begonnen. Zuerst war diese Mine eine Idee gewesen. Voller böser Ahnungen hatte sie zugesehen, wie sie sich in einen Fetisch verwandelte, und jetzt war der Fetisch zu einer ungeheuren, erdrückenden Last geworden. Es war, als sei die Begeisterung ihrer jungen Jahre aus ihrem Herzen gewichen und habe sich in eine Mauer aus Silberbarren verwandelt, die böse Geister in stummer Arbeit zwischen ihr und ihrem Mann errichtet hatten. Er schien hinter einem Wall aus Edelmetall allein zu hausen und sie mit ihrer Schule, ihrem Krankenhaus, den leidenden Müttern und den gebrechlichen alten Männern, unbedeutenden Überresten ihrer ursprünglichen Begeisterung, draußen gelassen zu haben. ›Diese armen Menschen‹, flüsterte sie vor sich hin« (226f.). Die Auswirkungen der materiellen Interessen auf die handelnden Subjekte und ihre gesellschaftlichen Beziehungen erscheinen so als fetischistischer Prozess der Verdinglichung. Dem Silber wachsen ähnlich wie im berühmten Warenfetischkapitel aus dem Marx’schen Kapital gleichsam okkulte Qualitäten zu.40 Sicher lässt sich der von Conrad verwendete Fetischbegriff nicht einfach mit dem von Marx entwickelten gleichsetzen, doch auch in Nostromo scheint dieser Prozess eine verrückte Herrschaft der Dinge über die Menschen zu bewirken. Mit erstaunlicher Präzision lässt Conrad seine Mrs. Gould auch aussprechen, was mit dem Glücksversprechen geschieht, das die »materiellen Interessen« einlösen sollen. Vielleicht ist Conrad in einer spätviktorianisch-romantischen und von keiner Geschlechterdekonstruktion angewehten Vorstellungswelt befangen, wenn er diese Sphäre individuellen Glücks als einen häuslichen »Ort der Liebe, Heirat und vermutlich sexuellen Erfahrung«41 codiert, dessen Verlust Mrs. Gould in ihrer kinderlosen Einsamkeit beklagt. Aber Conrad lässt sie genau den Punkt treffen, wenn sie über ihren »in seiner Hingabe an die große Silbermine« aufgegangenen Gatten sagt, er sei »unverbesserlich in seinem harten, entschlossenen Dienst an den materiellen Interessen, die für ihn mit seinem Glauben an den Sieg von Ordnung und Gerechtigkeit verknüpft waren. Der arme Junge!« (514). Der »harte, entschlossene Dienst an den materiellen Interessen«, das ist es, was vom liberalen Glücksversprechen übrig bleibt und das bürgerliche Subjekt in Gestalt des Charles Gould als menschliches Wesen aus sich selbst und aus dem Ort möglicher Glückserfahrung auf den Berg seiner Silbermine vertreibt, in eine Art Exil der materiellen Interessen. Mrs. Gould dagegen wird in eine tiefe Melancholie getrieben: »Mit der undeutlichen Stimme eines Schläfers, der wehrlos einem erbarmungslosen Albdruck ausgeliefert ist, stammelte sie ziellos die Worte: ›Materielle Interessen‹« (515). Die Bedeutung dieser Stelle hat Jameson kongenial erfasst, als er die Verstörung Mrs. Goulds als Leerstelle interpretiert, als »die Unmöglichkeit, sich vorzustellen, was mit ›materiellen Interessen‹ gemeint sein kann. Das gesamte Drama des Werts und der Abstraktion ist in diesem antithetischen Satzglied konzentriert, in dem der idealistische Sentimentalismus kapitalistischer Bewegungsdynamik plötzlich und brutal entmystifiziert wird.«42 Verloren im »Exil völligen Unglaubens« Auch Figuren, die durch ihren Skeptizismus oder Zynismus Kontrapunkte zu Goulds Interessenidealismus bilden, verweisen auf einen semantischen Zusammenhang von Melancholie, Leere und metaphorischem Exil mit den materiellen Interessen. Da ist vor allem der »französisierte« Flaneur Martin Decoud. In seiner Pariser Diaspora hatte Decoud die politischen Vorgänge in seiner Heimat als »komische Oper« und »une farce macabre« verspottet. Es wirkt also von vornherein etwas angedreht, dass der agnostische Spötter Decoud sich auf ein nationalistisches politisches Abenteuer in Sulaco einlässt und zum journalistischen Chefpropagandisten der um die Mine gruppierten politischen Kräfte gegen die Monteros wird. Akzentuiert wird das durch die von Conrad sehr ambivalent herausgearbeitete Vermischung von Decouds politischem Engagement mit seiner Liebe zu Antonia Avellanos: zu seiner eigenen Beruhigung versichert er sich, »er sei kein Patriot, sondern ein Liebhaber.« Es wird eigentlich nie klar, ob die als äußerst emanzipiert und intelligent beschriebene Tochter des Don Jose Avellanos ihn wirklich liebt. Diese Unsicherheit wiederum treibt Martin Decoud immer tiefer in die politische Sache, so dass schließlich ausgerechnet er es ist, der den Plan der Separation Sulacos von Costaguana entwickelt. Als Sulaco von der Einnahme durch monteristische Truppen bedroht ist, unternimmt er zusammen mit Nostromo die im Roman zentrale »heroische Expedition« (Jameson) auf die im »Golfo Placido« gelegenen Isabellen-Inseln, wo eine zuvor im Hafen gelagerte große Silberladung versteckt wird. Die nächtliche Fahrt wird durch die atmosphärisch äußerst dichte Beschreibung sinnlicher Wahrnehmungen in der Dunkelheit des nebelverhangenen Golfes symbolisch aufgeladen. Bereits beim Ablegen des Leichters hat Decoud »den Eindruck, in den Weltraum befördert zu werden« (264). Nachdem der Leichter beim Zusammenstoß mit einem Dampfer voller monteristischer Truppen beinahe versenkt wurde, bleibt Decoud allein mit dem geretteten Silber auf der großen Isabel inmitten des stillen Golfes zurück, während Nostromo in Sulaco weitere Heldentaten vollbringt. In seiner Einsamkeit wird Decoud ebenso von Zweifeln an seinen Überlebenschancen im Fall eines Scheiterns des Kampfes gegen die Monteristen wie an der Liebe Antonias heimgesucht. Er stellt sich vor, wie »Antonia, riesenhaft und liebreizend wie eine allegorische Statue, mit verächtlichem Blick auf seine Schwäche schaute.«43 Schließlich wird der intellektuelle Skeptiker und Spötter Martin Decoud von einem existenziellen Horror vacui befallen. »Eine Einsamkeit, die sich aus rein äußerlichen Lebensumständen ergibt, wird rasch zu einem Seelenzustand, in dem gespielte Ironie und Skeptizismus keinen Platz mehr haben. Sie bemächtigt sich des Gemüts und vertreibt das Denken in das Exil völligen Unglaubens. Nachdem er drei Tage auf den Anblick irgendeines menschlichen Gesichts gewartet hatte, ertappte sich Decoud beim Zweifel an seiner eigenen Individualität. Sie war mit dieser Welt aus Wolken und Wasser, aus Naturkräften und -formen zusammengeflossen. Allein nur unsere Tätigkeit gibt uns die Illusion, die uns aufrechterhält, daß wir im Gesamtplan der Dinge, in dem wir ein hilfloser Teil sind, ein unabhängiges Dasein führen« (491f.). Es ist wiederum die Konfrontation mit einer unendlichen und sinnentleerten Natur, welche die nagenden Zweifel an der Sinnhaftigkeit (am Wert?) seines persönlichen und politischen Handelns ins Unermessliche steigen lässt und Decoud aus sich selbst in das »Exil völligen Unglaubens« vertreibt. In diesem seelischen Zustand »senkte sich eine unendliche Melancholie fast greifbar auf ihn herab. (…) Er betrachtete das Universum als eine Folge unverständlicher Bilder« (492). Man könnte auch sagen, als eine Folge der in Conrads metaphorischer Strickmaschine generierten Muster ohne Sinn. Die letzte Konsequenz aus dieser unentrinnbaren Melancholie ist schließlich der in Decoud übermächtig werdende Gedanke an Selbstmord. Conrad lässt ihn in einem von den Registern der Sinneswahrnehmung abgeleiteten Bild, aus der »Stille, die vor ihm lag, straff gespannt wie ein dunkles, dünnes Seil, an dem er hing«, gleichsam selbsttätig aufsteigen: Als Wunsch, »dieses Seil möge reißen«, und als Frage, »ob ich es wohl reißen hören würde, bevor ich falle« (493). Decoud erinnert sich an das auf der Insel vergrabene Silber, an dem er persönlich nicht interessiert ist, aber in dessen fetischistischen Bannkreis er durch politische Vermittlung auch geraten ist: »Denn außerhalb seiner Person war allein nur der Zauber all des Silbers übriggeblieben mit aller Macht, die darin beschlossen lag«(ebd.). Und so lässt Conrad seinen tragischen Zweifler Decoud sich die Taschen mit Silberbarren vollstopfen, mit dem von Nostromo für ihn zurückgelassenen Beiboot des Leichters ein Stück auf den Golf hinausrudern und sich erschießen: »der Liebhaber Antonia Avellanos rollte über Bord, ohne gehört zu haben, wie das Seil des Schweigens in der Einsamkeit des Golfes riß, dessen glitzernde Oberfläche der Fall seines Körpers kaum bewegte. (…) (So) verschwand der glänzende Don Martin Decoud, ohne eine Spur zu hinterlassen, beschwert durch die Silberbarren von San Tomé, von der ungeheuren Gleichgültigkeit der Dinge verschlungen« (495). Der von Decoud als spurloses Verschwinden inszenierte Selbstmord wird zu einer düsteren und flackernden Allegorie, in der Conrad seine Desillusionierung über die Naturverfallenheit des Menschen angesichts eines leeren, unbeseelten Universums zusammenschießen lässt mit einer Kritik am Kapitalismus und dem auf ihn gegründeten Glauben an historischen Fortschritt. Indem er den fetischistischen »Zauber all des Silbers« auf dessen rein stoffliche Eigenschaft reduziert, die Decoud als Senkblei benutzt, um seinen eigenen Körper verschwinden zu lassen, entmystifiziert Conrad zugleich die reale Abstraktion des Werts als zweite Natur, die den handelnden Subjekten mit der gleichen Leere und »ungeheuren Gleichgültigkeit der Dinge« gegenübertritt wie die erste. Auch Dr. Monygham, der sich ebenfalls nicht durch das Silber bereichern will, sondern als Skeptiker und Kritiker der materiellen Interessen auftritt, ist ein aus sich selbst Vertriebener. Monygham erscheint von Anfang an als gebrochener und vereinsamter Außenseiter, der wegen seines hinkenden Ganges und grimmigen Sarkasmus von seiner gesellschaftlichen Umgebung als unheimlich und böse gestempelt wird. Erst spät im Roman wird enthüllt, dass seine körperliche Behinderung und seine Verbitterung Folgen der unter dem Schreckensregime des Diktators Bento erlittenen Folter sind. Unter den Qualen der Folter hat er politische Freunde verraten und die Überlebensschuld gegenüber diesen anschließend von der Diktatur ermordeten Freunden lastet als »unauslöschlicher Makel« auf ihm. Monygham gelingt es im Lauf der Handlung, seine Selbstachtung und Menschlichkeit zumindest ein Stück weit wiederzugewinnen. Er entwickelt eine verständnisinnige Beziehung zu Emilia Gould, die ihn ihrerseits aus seiner inneren Taubheit wiederbelebt. Aber auch Monygham bleibt ambivalent: Um die Mine und damit seine Beziehung zu Mrs. Gould vor den Monteristen zu retten, instrumentalisiert er Nostromo und ist aus diesem Grund möglicherweise sogar mitschuldig an der Folterung und Ermordung des jüdischen Häutehändlers Senor Hirsch durch den monteristischen Oberst Sotillo. […] Zurück zum Titel: |