Bei unrast:
Auszug aus H-Soz-u-Kult Rezension von:Frank Oliver Sobich, Universität Bremen
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Der inhaltlich Kern des Buchs ist äußerst faszinierend. Überzeugend weist Paul nach, dass der Vorstellung vom bedrohlichen Anderen das Bild eines vertierten Menschen unterlegt ist, eines „Nur-Körpers, eines Reiz-Reaktionswesens“ (S. 76). Nicht nur die unmittelbare Gleichsetzung mit Tieren, sondern fast alle Teile des „Alltagsvokabulars der Herabsetzung“, die sich zumeist mit unkontrollierter Sexualität, gieriger Ernährung, körperlichen Ausscheidungen, mangelnder oder bloß instrumenteller Intelligenz beschäftigen, beruhen auf der Unterstellung eines Wesens, dem es an Selbstbeherrschung, Reflexionsvermögen und Moral gebricht und das deswegen unberechenbar und tendenziell gefährlich ist - kurzum eines (Raub-)Tiers. Damit formuliert Paul in bisher nicht dagewesener Klarheit, was Hunderte von Büchern über Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Homophobie, Behindertenfeindlichkeit und andere Ausgrenzungsideologien ahnen ließen, beschrieben, aber nicht systematisch analysierten. (...)" Auszug aus H-Soz-u-Kult Rezension von: Frank Oliver Sobich, Universität Bremen URL zur Zitation dieses Beitrages <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2005-1-003> Jobst Paul Das ›Tier‹-Konstrukt - und die Geburt des Rassismus Zur kulturellen Gegenwart eines vernichtenden Arguments Edition DISS Bd. 2 400 Seiten, 24 Euro ISBN 3-89771-731-X http://www.unrast-verlag.de/unrast,2,143,5.html weitere Informationen: ------------------------------------------------------------------------ Copyright (c) 2005 by H-Net, Clio-online, and the author, all rights reserved. This work may be copied and redistributed for non-commercial, educational purposes, if permission is granted by the author and usage right holders. For permission please contact H-SOZ-U-KULT@H-NET.MSU.EDU. |