Bei unrast:
Zur Kritik antideutscher Ideologie und PolitikVeranstalungsinfo: Zeche Carl -
„Sie waren die Antideutschesten der deutschen Linken“
Zur Kritik antideutscher Ideologie und Politik Buchvorstellung mit Gerhard Hanloser (Publizist und Sozialwissenschaftler) Auf ‚linken’ Demonstrationen und Veranstaltungen ist man in den letzten Jahren immer wieder mit merkwürdigen Phänomenen konfrontiert: vermeintlich radikale Linke schwenken Israel- und USA-Flaggen, propagieren die bedingungslose Solidarität mit der Regierung Scharon und unterstützen die Weltordnungspolitik der amerikanischen Neokonservativen. Antikapitalistische Positionen geraten unter den Generalverdacht des völkischen Denkens und ‚linken Antisemitismus’. Kritik an den herrschenden Zuständen wird zu reiner Denunziation und Polemik. Bei der in den letzten Jahren sich ausbreitenden Strömung der Antideutschen handelt es sich um ein Krisen- und Zerfallsprodukt der deutschen Linken. Sie verbindet die Unfähigkeit zu einer produktiven Selbstkritik linker Irrtümer und Schwächen mit einer Aufgabe von Herrschafts- und Kapitalismuskritik und mündet schließlich in eine Affirmation der bestehenden globalen Verhältnisse. Der sektenhafte Auftritt der Antideutschen würde eigentlich gerade in Zeiten einer verschärften kapitalistischen Ausbeutung eine Ignoranz von Seiten der Restlinken nahe legen. Doch die Mühe der Kritik erscheint leider unvermeidlich, denn bei den Antideutschen handelt es sich keineswegs nur um ein in Zeitschriften wie Bahamas, Konkret und z.T. der Jungle World sich austobendes Phänomen der publizistischen Linken. Insbesondere jüngere Menschen aus dem Umfeld der in den neunziger Jahren starken Strömungen der Antifa-Bewegung und der autonomen Szene sind für antideutsche Positionen empfänglich. Der weit verbreitete Moralismus und die spezielle Form von Identitätspolitik in diesen Szenen bietet den Antideutschen willkommene Anknüpfungspunkte. In dem Sammelband ‚Sie waren die Antideutschesten der deutschen Linken’ widmen sich zahlreiche Autor/inn/en aus unterschiedlichen Strömungen der Linken – u.a. Moshe Zuckermann, Detlef Hartmann, Wolf Wetzel, Markus Mohr und Bernhard Schmid – einer grundsätzlichen Kritik der antideutschen Ideologie und Politik. Dem Herausgeber Gerhard Hanloser geht es dabei nicht nur um eine Kritik an der neuen antideutschen Ideologie, sondern gleichermaßen um eine Geschichtsschreibung der radikalen Linken und um den Versuch, eine grundlegende Kritik des Bestehenden weiterzuentwickeln, die einer Auseinandersetzung mit Nationalismus und Antisemitismus nicht aus dem Weg geht. 7.2. 20 uhr dresden, az-conni, rudol leonhard str.39 8.2. ?? cottbus 9.2. 20 Uhr Leipzig, el libro, Bornaische Str. 3d 10.2. 19 Uhr Magdeburg, blaue welt archiv, Thiemstr.13
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