Einladung zur Ausstellungseröffnung am
Wien: Mittwoch, den 11. Juni 2008 um 19 Uhr.
Ziviler und Sozialer Ungehorsam an den Schnittstellen von Kunst, radikaler Politik und Technologie 12. Juni bis 18. Juli 2008
Galerie der IG Bildende Kunst. Gumpendorfer Straße 10-12. 1060 Wien.
Öffnungszeiten Di bis Fr, 13 bis 18 Uhr.
Mit Beiträgen von Zanny Begg, Heath Bunting, Büro für Inverse Technologien (BIT), Critical Art Ensemble, Coco Fusco, Andrea Geyer/Sharon Hayes, h.arta, Institute for Applied Autonomy, Christopher Lamarca, Fran Meana, Mujeres Creando, Oliver Ressler/Dario Azzellini, Allan Sekula, Surveillance Camera Players NYC, Videogruppe Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow Dannenberg, Christoph Wachter/Mathias Jud, u. a.
Organisiert von Jens Kastner und Bettina Spörr
Ein zweiter Teil der Ausstellung findet zeitgleich im Kunstraum emyt Berlin (Eröffnung am 13. Juni 2008, Rosa Luxemburg Str. 26) statt.
Praktiken zivilen/sozialen Ungehorsams standen im Zentrum verschiedenster sozialer Bewegungen des 20. Jahrhunderts: Von der antikolonialen Befreiungsbewegung um M. K. Gandhi über die schwarze Bürgerrechtsbewegung in den USA und die westeuropäische Friedensbewegung der 1980er Jahre bis zu den Tute Bianche und Disobbedienti im Kontext der globalisierungskritischen Proteste. Die vielfältigen Formen zivilen/sozialen Ungehorsams innerhalb gegenwärtiger sozialer Bewegungen sind jedoch kaum aufgearbeitet. Noch schlechter bestellt ist es um das Thema im Zusammenhang mit zeitgenössischer Kunst. Obwohl sich renommierte KünstlerInnen in den letzten Jahren theoretisch wie praktisch den Fragen gewidmet haben, ob und wie Kunstpraktiken zivilen und sozialen Ungehorsam abbilden, reflektieren, diskutieren und selbst Teil dessen werden können, existieren dazu kaum systematische Auseinandersetzungen.
Mit diesem Ausstellungsprojekt soll jene Lücke geschlossen werden: Ausgangspunkt ist dabei aber nicht das berühmte Diktum H. D. Thoreaus, angesichts von Unrecht und Unterdrückung das Gesetz zu brechen. Denn wenn der Staat sich biopolitisch in die individuellen Körper verlegt und zugleich eine Transnationalisierung erfährt, müssen auch die Formen des Widerstandes sich wandeln. Was zu tun ist, wenn man, wie Thoreau nebenbei bemerkt, „nicht alles tun“ kann und soll, lässt sich in Auseinandersetzung mit den Arbeiten in der Ausstellung an den Schnittstellen von Kunstproduktion und sozialen Bewegungen diskutieren.
Zur Ausstellung erscheint ein Buch auf Deutsch und Englisch (Hg. von Jens Kastner und Bettina Spörr) im Unrast Verlag (Münster 2008). Mit Beiträgen von Inke Arns, John Holloway, Jens Kastner/Gerald Raunig, Ulrike Laubenthal, Lou Marin und Andrea Pabst.
[Begleitprogramm]
Dienstag, 24.06.2008, 19hZiviler oder sozialer Ungehorsam? Zwei Konzepte in Bewegung(en).
Diskussion mit Andrea Pabst (Aktivistin und Soziologin, Berlin) und Robert Foltin (Aktivist und Redakteur der Zeitschrift Grundrisse, Wien).
Freitag, 27.06.2008 18-21h und Samstag, 28.06.2008 11-14h und 15-18h Mehr als Nein! Gewaltfreie Konfliktlösung im sozialen Nahbereich.
Workshop mit Daniel Korth (Trainer für gewaltfreie Konfliktlösung, Münster).
Freitag, 18.07.2008, 19h nicht alles tun. Ziviler und sozialer Ungehorsam an den Schnittstellen von Kunst, radikaler Politik und Technologie.
Buchvorstellung des Aufsatz- und Bildbandes zur Ausstellung, herausgegeben von Jens Kastner und Bettina Spörr (Unrast Verlag, Münster 2008).
Ale Veranstaltungen finden in der IG Bildende Kunst, Gumpendorfer Straße 10-12, 1060 Wien statt.
Ausstellungsfolder Wien als Download:
http://www.jenspetzkastner.de/fileadmin/user_upload/PDF/FOLDER_Nicht_alles_tun.pdf Ausstellungsfolder Berlin als Download:
http://www.jenspetzkastner.de/fileadmin/user_upload/PDF/nichtallestunfaltblatt.pdf