Todestransporte der Bahn nach Auschwitz

Gedenken trotz Verbot

Pressemitteilung

Auf mehreren deutschen Reisebahnhöfen (Frankfurt a. M., Leipzig, Dresden, Wuppertal) wird am kommenden Donnerstag der Todestransporte von 11.000 Kindern gedacht werden. Sie waren in den Jahren 1942-1944 auf dem deutschen Schienennetz von Frankreich nach Auschwitz deportiert worden. Bei ihrer letzten Fahrt durch Deutschland warfen sie Abschiedsbriefe auf die Gleise, von denen einige erhalten geblieben sind. Bis auf wenige Ausnahmen fanden sämtliche der 11.000 deportierten Kinder den Tod. Eine Ausstellung über das Schicksal der Ermordeten, die in Viehwaggons durch Deutschland rollten, hat die Unternehmensleitung der Deutschen Bahn AG auf sämtlichen ihrer Reisebahnhöfe untersagt. Der DB AG fehlten "sowohl die personellen wie finanziellen Ressourcen", heißt es in einem Schreiben an die französische Antragstellerin Beate Klarsfeld.

Trotz des Verbots rufen die Initiatoren eines "Offenen Briefes" dazu auf, am kommenden Donnerstag, 27. Januar, der 11.000 Kinder mit Fotos und Dokumenten zu gedenken. Über Behinderungen werde man sich "entschlossen" hinweg setzen, heißt es in dem "Offenen Brief", der die Unterschriften in- und ausländischer Historiker, Publizisten und Hochschullehrer trägt. Der Unternehmensleitung um Bundesbahnchef Mehdorn werde es nicht gelingen, auf den deutschen Reisebahnhöfen die Erinnerung an die Mordbeihilfe der Rechtsvorgängerin des Unternehmens ("Deutsche Reichsbahn") zu unterdrücken. Weiter heißt es, man werde dafür sorgen, daß die Veranstaltungen für die aus Frankreich verschleppten Kinder (darunter 520 Kinder deutscher Emigranten) am Auschwitz-Gedenktag (27. Januar) "angemessen" und "würdig" stattfinden.

Um Übergriffen zuvorzukommen, bitten die Initiatoren des "Offenen Briefes" um besondere Präsenz der internationalen Presse, die zur Beobachtung des Gedenkens eingeladen wird. Pressetreffpunkte:


Leipzig : 10.00 Uhr, Vorplatz Hauptbahnhof

Dresden: 10.00 Uhr, Vorplatz Hauptbahnhof

Frankfurt / Main : 16.00 Uhr, Hauptbahnhof Große Anzeigentafel

Wuppertal: 17.00 Uhr Wuppertal / Döppersberg


Erstzeichner der Offenen Briefes: Prof. em. Dr. Martin Bennhold (Universität Osnabrück), Tatjana Engel (Lehrerin), Lothar Evers (Support for Survivors of Nazi Persecution International), Prof. Dr. Gudrun Hentges (Fachhochschule Fulda), Anne Klein (Historikerin), Bernhard Nolz (Träger des Aachener Friedenspreises), Hans-Rüdiger Minow (Regisseur), Andreas Plake (Sozialwissenschaftler), Prof. em. Dr. Wolfgang Popp (Universität Siegen), John Rosenthal (Publizist), Christoph Schwarz (Lehrer)

Angeschlossen haben sich u.a.:

Dr. Nathan Durst, klinischer Direktor des Zentrums für Psychosoziale Unterstuetzung für Überlebende des Holocaust AMCHA (Haifa), Lea Rosh und Jakob Schulze-Rohr (Berlin), Prof. Christoph Schminck-Gustavus (Universität Bremen), Prof. Dr. Oldenburg Meyer (Universität Oldenburg), Prof. Heinz Sünker (Bergische Universität Wuppertal), Prof. Dr. Detlef Garz (Johannes Gutenberg Universität Mainz), Prof. Dr. Roland Hornung / Uri Beer / Monika Schmitz / Regina Wagner (Freundeskreis Israel Regensburg), Markus Vallen & Kerstin Heimbold (Redaktionsleitung German Media Watch), Dr. Andreas Kain (Präsident der Raoul Wallenberg Loge Berlin, B´nai B´rith Europa, Berlin), Björn Reitz (Vorsitzender Spurensuche - NS-Geschichte in Wuppertal e.V., Stephan Stracke (Historiker, AK Angreifbare Traditionspflege Wuppertal), Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft und ELS-Stiftung "Verbrannte und verbannte Dichter/Künstler - für ein Zentrum der verfolgten Künste und Intellektuellen" (Wuppertal), Norbert Müller, Landesvorsitzender des Deutschen Freidenker-Verbandes – Landesverband Hessen (Offenbach), Katharina Seewald (DGB Regionsvorsitzende Nordhessen, Kassel), Manfred Moos (ver.di-Landesbezirk Hessen, Fachbereich Medien, Frankfurt / Main), Katinka Poensgen (IG Metall Frankfurt / Main), Dr. Florian Schmaltz (Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt / Main), Gottfried Kößler, Fritz Bauer Institut (Frankfurt / Main), Unrast-Verlag (Münster)
Den "Offenen Brief" und weitere Hintergrundinformationen finden Sie im Internet:

http://www.german-foreign-policy.com/elftausendkinder


Rückfragen: Andreas Plake, tel. 0221-88 74 64 8

email: elftausendkinder (ät) web.de

V.i.S.d.P.: Tatjana Engel, Mohrenbach 1, 51598 Friesenhagen

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