|
|
 |
DIE VERWANDLUNG DES GUTEN NACHBARN
Dokumentarfilm, Deutschland, 2002 Originaltitel: DIE VERWANDLUNG DES GUTEN NACHBARN Regie: Peter Nestler Produktion: für Zweites Deutsches Fernsehen (ZDF), Mainz / 3SAT, Mainz Produzent: Peter Nestler; Redaktion: Inge Classen; Kommentar: Ludvig Igra (Psychoanalytiker) Statement(s) von: Thomas Toivi Blatt Länge: 85' Zeitangaben: 15.09.2002: Uraufführung, TV, 3SAT Synopsis: Der Aufstand im Vernichtungslager Sobibór im Oktober 1943 ist ein Schlüsselereignis im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Plan und Ablauf, bei dem 10 SS-Offiziere und mehrere Lagerwachen getötet wurden, sind beispiellos. Einer der damaligen Insassen war Thomas Toivi Blatt, der 1927 in Izbica in Polen geboren und mit 15 Jahren zusammen mit seiner Familie nach Sobibór gebracht wurde. Dort musste er mit ansehen, wie Mutter, Vater und Bruder in die Gaskammern geschickt werden. Er selbst wurde als „Friseur“ und zum Sortieren der Kleider eingeteilt. Beim Aufstand gelang ihm zusammen mit 320 weiteren Insassen die Flucht. Die wiedergewonnene Freiheit erwies sich jedoch als Illusion. Alte Freunde, frühere Nachbarn verweigerten die Hilfe, einer seiner vermeintlichen Beschützer versuchte sogar, ihn umzubringen. Blatt ist einer von 53 Sobibór-Insassen, die den Krieg überlebt haben. 40 Jahre lang hat Blatt an seinem Lebensbericht gearbeitet. Das Buch „Nur die Schatten bleiben“ hat er nach seinen Tagebuchaufzeichnungen verfasst hat. Heute lebt Blatt in den USA, kehrt jedoch jedes Jahr zurück, unter anderem nach Izbica und Sobibór. Peter Nestler hat Blatt zweimal auf seinen Reisen in Polen mit der Kamera begleitet, im November 2001 und im April 2002. Dabei hat Nestler vor allem ein Thema angetrieben, das bereits in seinem vorigen Film FLUCHT eine Rolle spielte: die plötzliche und unbegreifliche Verwandlung von gewöhnlichen Mitbürgern, guten Nachbarn und sogar Freunden in Verräter, Diebe, Peiniger und auch Mörder. Der oft gestellten Frage, was in diesen Leuten vorging, geht Nestler mit Hilfe eines in Form eines parallel montierten Kommentars des schwedischen Psychoanalytikers Ludvig Igra nach.
|