
Die Schriften Raya Dunayevskayas, einer Schlüsselfigur des marxistischen Humanismus in den USA, skizzieren eine Philosophie der Befreiung, die dem modischen Abgesang auf die Dialektik ebenso entgegensteht wie einem Verharren in reiner Negativität. Gemäß Lenins Diktum, dass ein kluger Idealismus dem klugen Materialismus näher stehe als ein dummer Materialismus, unternimmt Dunayevskaya eine Hegel-Lektüre, die Subjekt, Praxis und Freiheit ins Zentrum rückt. Ebenso entschieden richtet sie Marx' Philosophie der Revolution nicht nur gegen den östlichen Staatskapitalismus, sondern auch gegen Theoretiker des »Westlichen Marxismus« wie Georg Lukács, Karl Korsch oder Theodor W. Adorno – gestützt auf die Überzeugung, dass keine Philosophie ihren Namen verdient, die nicht die »Stimmen von unten« in sich aufnimmt. Was Dunayevskayas Denken von akademischer Selbstgenügsamkeit abhebt, ist nicht zuletzt diese Orientierung an den Kämpfen ihrer Zeit – von den wilden Streiks in den USA über den ungarischen Aufstand 1956 bis zur neuen Frauenbewegung in den siebziger Jahren.
Inhalt
Danksagung
Editorische Notiz und Siglenverzeichnis
EinleitungPeter Hudis und Kevin Anderson: Raya Dunayevskayas Begriff der Dialektik
Erster Teil: Der philosophische Moment des marxistischen Humanismus
Erstes KapitelBriefe über Hegels absolute Bestimmungen
. Brief über Hegels »Wissenschaft der Logik« (12. Mai 1953)
. Brief über Hegels »Philosophie des Geistes« (20. Mai 1953)
Zweiter Teil: Untersuchungen zur Hegelschen und Marxschen Dialektik, 1956-63
Zweites KapitelNotizen zu Hegels »Phänomenologie des Geistes«
Drittes Kapitel Notizen zu Hegels »Wissenschaft der Logik«
Viertes KapitelAnmerkungen zur Logik in der »Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften«
Fünftes KapitelDialog über die Dialektik
. Brief über »Marxism and Freedom« (18. Mai 1956)
. Brief an Herbert Marcuse (15. Juli 1958)
. Brief an Herbert Marcuse (16. Oktober 1960)
. Brief an Herbert Marcuse (12. Januar 1961)
. Brief an Charles Denby (10. März 1960)
. Brief an Jonathan Spence (1. Juni 1961)
. Brief an Erich Fromm (11. November 1963)
Dritter Teil: Theorie und Praxis am Wendepunkt, 1964-69
Sechstes KapitelBrief an Herbert Marcuse (27. Oktober 1964)
Siebtes KapitelHegels Dialektik und die Freiheitskämpfe der sechziger Jahre
. Vortrag über Hegel, Tokio 1966
. Vortrag vor der Black / Red Conference, Detroit 1969
Vierter Teil: Philosophie und Revolution: Hegels Absolutes und Marx‹ Humanismus,
1968-81
Achtes KapitelDas Neue an unserem philosophisch-historischen Beitrag
Neuntes KapitelHegels Absolutes als neuer Anfang
Zehntes KapitelHegel, Marx, Lenin, Fanon und die Dialektik der Befreiung heute
Elftes KapitelZur Philosophie von Lukács
Fünfter Teil: Die Notwendigkeit philosophischer Neuanfänge in einer veränderten
Welt, 1982-87
Zwölftes KapitelDer marxistische Humanismus und der Kampf der Ideen
. Brief über Karl Korsch (1983)
. Marxistischer Humanismus: Die Summe als neuer Anfang –
subjektiv und objektiv
Dreizehntes KapitelDie Kräfte der Revolte als Vernunft, die Philosophie als Kraft der Revolte
. Zur Dialektik von Revolution und Frauenbefreiung
. Die Kraft der Abstraktion
Vierzehntes KapitelEine erneute Betrachtung der Dialektik: Zur Kritik an Lenin … und der Dialektik
von Philosophie und Organisation
. Brief an Louis Dupré
. Brief an George Armstrong Kelly
Fünfzehntes KapitelZur Dialektik von Philosophie und Organisation
AnhangPeter Hudis: Arbeiter als Vernunft. Zur Entwicklung eines neuen Verhältnisses von Arbeitern und Intellektuellen im marxistischen Humanismus in den Vereinigten Staaten
Bibliographie